Chinas Regierung hat den teilweise gewaltsamen Einsatz von Sicherheitskräften gegen ausländische Journalisten und deren Festnahme in Peking als "angemessen" verteidigt. Einige Korrespondenten hätten sich nicht an Vorschriften gehalten, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, vor der Presse in Peking.

Die Zwischenfälle ereigneten sich am Sonntag, als die Journalisten über geplante "Jasmin-Proteste" in der Innenstadt berichten wollten. Drei Journalisten wurden verletzt. Die Sprecherin berichtete, der Fernsehjournalist der US-Nachrichtenagentur Bloomberg, der durch Tritte ins Gesicht schwer verletzt worden war, habe seinen Fall der Polizei gemeldet, die Ermittlungen eingeleitet habe.

"Die Wangfujing ist eine viel besuchte Einkaufsstraße, und die Ansammlung von ausländischen Journalisten beeinträchtigte den Verkehr und die normale Ordnung", sagte die Sprecherin. Die Polizei habe den Strom von Passanten geregelt. "Die Journalisten müssen den Anweisungen der Polizei folgen." Mehr als ein Dutzend Korrespondenten, darunter auch deutsche, waren vorübergehend festgenommen worden.

Nach Angaben der Sprecherin haben sich die Vorschriften für ausländische Korrespondenten "nicht geändert". Allerdings hob sie hervor, dass lokale Behörden "je nach Lage" entscheiden können, ob dort berichtet werden darf. Ausländische Korrespondenten sollten sich im Zweifel besser immer vorher bei den örtlichen Stellen erkundigen, ob sie zur Berichterstattung kommen dürften.

Nach den 2007 im Vorfeld der Olympischen Spiele erlassenen Regeln hatten ausländische Journalisten eigentlich weitgehende Bewegungsfreiheit. Seither mussten sie keine Genehmigungen mehr einholen, wenn sie zur Berichterstattung irgendwo hingehen und Interviews machen wollten. Es reichte die Einwilligung des Befragten zum Interview. Nach Tibet oder in Teile von Xinjiang können Journalisten allerdings weiterhin nicht ohne Erlaubnis reisen.