Frankreichs Behörden ist ein Schlag gegen die Eta gelungen. Die Polizei habe im Norden des Landes den mutmaßlichen Militärchef der baskischen Untergrundorganisation gefasst, berichtete der staatliche spanische Rundfunk unter Berufung auf das Innenministerium in Madrid. Alejandro Zobarán Arriola sei zusammen mit drei Komplizen in einem Landhaus nahe der belgischen Grenze überrascht worden.

Die vier Verdächtigen seien bewaffnet und mit falschen Papieren unterwegs gewesen, hieß es weiter. Sie hätten sich als spanische Studenten in einem Landhaus in der Ortschaft Beaulencourt eingemietet. Der Besitzer habe jedoch Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert. Eine Antiterroreinheit habe das Quartett schon seit mehreren Tagen beobachtet.

Zobarán Arriola alias Xarla war seit 2007 auf der Flucht. Der 29-Jährige soll die Befehlsgewalt über die Terrorkommandos der ETA gehabt haben und auch für deren Versorgung mit Waffen und Sprengstoff zuständig gewesen sein. Er wäre der sechste festgenommene Militärchef der Organisation seit Mai 2008.

Der ebenfalls festgenommene Mikel Oroz Torrea alias Peru war der Polizei zufolge die "Nummer zwei" in der Eta-Führung und der oberste Sprengstoff-Experte der Organisation.

Erst vergangene Woche hatte die spanische Polizei im Baskenland eine Zelle der Eta zerschlagen und vier Verdächtige festgenommen. In den Wohnungen der mutmaßlichen Mitglieder stellten die Fahnder Waffen, 200 Kilogramm Sprengstoff und Material zur Herstellung von Bomben sicher.

Die Untergrundorganisation hatte Anfang des Jahres einen Waffenstillstand erklärt, der aber von der Regierung in Madrid als unzureichend zurückgewiesen wurde. Die von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestufte ETA versucht seit mehr als vier Jahrzehnten, die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich zu erzwingen. Sie wird für den Tod von fast 830 Menschen verantwortlich gemacht.