Die Gegner des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad haben wieder zu Tausenden demonstriert. Der Protest richtete sich gegen die mutmaßliche Verschleppung der beiden Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karrubi. Nach Angaben von Augenzeugen kam es in Teheran zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dutzende Demonstranten seien festgenommen worden.

Das Regime bot die Polizeieinheiten vor allem in dem Teheraner Viertel auf, in dem sich das Militärgefängnis befindet, in das Mussawi und Karrubi der Opposition zufolge gebracht wurden. Die Polizei habe gegen die wachsende Zahl der Demonstranten auch Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt. Zudem seien Schüsse zu hören gewesen, hieß es auf Websites von Regimegegnern.

Den Berichten zufolge gab es auch in anderen iranischen Städten Proteste, darunter in Mesched im Nordosten des Landes. Auch dort habe es Festnahmen gegeben. Dagegen berichteten staatliche Medien, in den von der Opposition als Ort der Proteste aufgeführten Stadtteilen sei alles "ruhig". Die Menschen würden dort normal einkaufen gehen. Ausländischen Medienvertretern war eine Berichterstattung vor Ort verboten worden.

Die iranische Opposition wirft der Führung in Teheran vor, Mussawi und Karrubi am Wochenende in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verschleppt zu haben. Offizielle Angaben zu ihrem Aufenthaltsort gibt es nicht. Den Websites von Karubi und Mussawi, Sahamnews.org und Kaleme.com, zufolge werden die Männer und ihre Frauen in einem Gefängnis in Teheran festgehalten.

Die beiden Oppositionsführer hatten zu Protesten gegen die Regierung am 14. Februar aufgerufen, denen sich landesweit Tausende angeschlossen hatten. Das Regime verhängte daraufhin einen Hausarrest über Mussawi und Karrubi, zudem forderten Anhänger von Präsident Ahmadineschad und iranische Abgeordnete die Todesstrafe für die beiden. Die Justizbehörden haben eine Verschleppung der Politiker dementiert.

Die Regierung in Teheran verbat sich in dem Fall eine Einmischung von außen. "Dies sind innere Angelegenheiten, und kein Land hat das Recht sich in Entscheidungen der Justiz einzumischen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Der Westen solle lieber "auf die Stimme der Mehrheit als auf die einiger weniger hören".

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, solche Einschüchterungsmaßnahmen verletzten fundamentale Menschen- und Bürgerrechte. Auch die USA forderten die Freilassung Mussawis und Karubis. Die Festnahme der beiden Männer sei "inakzeptabel", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, sagte, der "Einschüchterungsversuch" der iranischen Regierung sei ein schwerer Angriff auf die Prinzipien von Demokratie und Justiz.