Der nach Großbritannien ausgereiste libysche Ex-Außenminister Mussa Kussa ist nach Angaben der britischen Regierung nicht vor einer strafrechtlichen Verfolgung geschützt. "Mussa Kussa wird keine Immunität vor der britischen oder der internationalen Justiz angeboten", sagte der britische Außenminister William Hague.

Gleichzeitig rief Hague weitere Minister zur Abkehr von Gadhafi auf. Kussas Rücktritt zeige, dass die Führung um Gadhafi "gespalten, unter Druck und von innen am Zerbröckeln" sei, sagte Hague. Es seien bereits viele aus dem Führungskreis um Gadhafi zur Opposition übergelaufen. "Gadhafi muss sich jetzt fragen, wer ihn als nächstes verlässt", sagte Hague.

Laut BBC ist Kussa mittlerweile von britischen Beamten befragt worden. Mehr Details würden "zu gegebener Zeit" bekannt gegeben. Kussa hatte sich am Mittwochabend nach London abgesetzt und die britische Regierung über seinen Rücktritt informiert. Er galt bislang als enger Vertrauter von Libyens Machthaber Muammar al-Gadhafi. 

Großbritannien hatte wiederholt gefordert, dass Gadhafi vor dem Internationalen Strafgerichtshof der Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemacht werden solle. Kussa war 15 Jahre lang Chef des libyschen Geheimdienstes, bevor er im März 2009 Außenminister seines Landes wurde. Er steht im Verdacht, mitverantwortlich zu sein für den Bombenanschlag auf ein US-Flugzeug im Jahr 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie, bei dem 270 Menschen getötet wurden.