Die Vorbereitungen für eine Flugverbotszone in Libyen laufen, schon in wenigen Stunden könnten die beteiligten Staaten Angriffe auf die Stellungen der Truppen von Machthaber Muammar al-Gadhafi fliegen. Hauptteil einer solchen Militäraktion ist die Aufklärung des libyschen Luftraums, der wie in Afghanistan mit Hilfe von Awacs-Flugzeugen sichergestellt werden soll. Die USA wollen dafür Kapazitäten von Afghanistan zum Mittelmeer verlegen – und brauchen dafür die Unterstützung der deutschen Bundeswehr.

Wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle bei einer Regierungserklärung im Bundestag ankündigte, erwägt die Bundesregierung, ihr Afghanistan-Engagement auszubauen und sich nun doch an der Awacs-Luftüberwachung über Afghanistan zu beteiligen. Die USA sollen an dieser Stelle entlastet werden.

Seit Mitte Januar setzt die Nato Awacs-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan ein. Die Bundeswehr beteiligt sich bislang nicht daran. Sollten nun doch deutsche Soldaten involviert werden, müsste der Bundestag das entsprechende Mandat ändern. 

Offenbar ist dies auch Thema bei Beratungen in Berlin. Dort kamen am Vormittag die Unions- und FDP-Fraktionen zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen, bei der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle die deutschen Pläne erläutern sollen. Sitzungsteilnehmern zufolge habe auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière entsprechende Überlegungen vorgetragen.

Awacs steht für Airborne Warning and Control Systems – "luftgestützte Warn- und Kontrollsysteme". Die Flugzeuge können mit ihrem starken Radar aus einer Höhe von 30.000 Fuß einen Umkreis von bis zu 400 Kilometern überwachen. Im Gegensatz zu den Tornado-Aufklärungsflugzeugen können Awacs-Flugzeuge auch digitale Bilder in Echtzeit übertragen und Kampfeinsätze dirigieren.