Zwei seit Samstag von Libyens Armee festgehaltene Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sind in der Hauptstadt Tripolis freigelassen worden. Auch ihr ebenfalls festgenommener Kollege der Bildagentur Getty ist wieder auf freiem Fuß.

Ein Sprecher der libyschen Führung hatte der Agentur gesagt, die drei Journalisten befänden sich in Tripolis und sollten bald freikommen. Dann könnten die drei Männer "ihre Familien sehen" oder in Libyen "bleiben und legal in Tripolis arbeiten."

Der 38-jährige Brite Dave Clark und der 45-jährige Deutsch-Kolumbianer Roberto Schmidt hatten am vergangenen Freitag in einer E-Mail an AFP angekündigt, tags darauf in der Nähe der Stadt Tobruk mit Aufständischen sprechen und Flüchtlinge interviewen zu wollen. Sie wurden von dem 45-jährigen Getty-Fotografen Joe Raedle, der US-Staatsbürger ist, begleitet.

Nach Angaben ihres einheimischen Fahrers wurden die drei dann im Osten Libyens von Soldaten angehalten und an einen unbekannten Ort gebracht. Ein Regierungssprecher sagte, die Reporter hätten sich unrechtmäßig in einer "militärischen Zone" aufgehalten und mit "bewaffneten Rebellen" gesprochen.

Seit Beginn des Volksaufstands gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gadhafi am 15. Februar wurden mehrere ausländische Journalisten in Libyen festgenommen. Am Dienstag dann kamen zwei Reporter und zwei Fotografen der New York Times frei. Auch von der seit Freitag vermissten tunesischen Journalistin Fatma Ben Dhaou, die für die Zeitung Le Quotidien arbeitet, gab es laut ihrem Mann von Bengasi aus nun per Internet ein Lebenszeichen.

Dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera zufolge werden vier seiner Journalisten, unter ihnen ein Norweger und ein Brite, aber noch immer in Tripolis festgehalten. Ein Kameramann des Senders war am 12. März nahe der Rebellenhochburg Bengasi in einen Hinterhalt geraten und getötet worden.