Aus den Präsidentschaftswahlen in Niger ist der langjährige Oppositionsführer Mahamadou Issoufou als Sieger hervorgegangen. Der 59-Jährige habe im entscheidenden zweiten Durchgang knapp 58 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Unabhängige Wahlkommission mit. Damit wies er Ex-Regierungschef Seini Oumarou in die Schranken, für den gut 42 Prozent der Wähler votierten.

Issoufou war als Favorit in die Wahl im rohstoffreichen Wüstenstaat gegangen, nachdem mehrere Oppositionspolitiker ihre Anhänger nach der ersten Wahlrunde im Februar aufgerufen hatten, in der Stichwahl für ihn zu stimmen.

Mit der Wahl eines neuen Präsidenten soll das westafrikanische Land nach dem Militärputsch im vergangenen Jahr wieder eine zivile Führung bekommen. Die seit Februar 2010 regierende Junta hatte die Wahlen selbst eingeleitet.

Das Militär hatte Präsident Mamadou Tandja abgesetzt, nachdem der Staatschef zuvor Parlament und Verfassungsgericht aufgelöst hatte. Damit wollte er eine Verfassungsänderung erzwingen, um eine dritte Amtszeit zuzulassen. Die Putschisten hatten von Anfang an betont, die Militärherrschaft sei befristet und solle lediglich die Rückkehr zur Demokratie ermöglichen.

Niger ist trotz reicher Uranvorkommen eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Stabilität des immer wieder von Fluten und Dürren heimgesuchten Landes wird zunehmend auch durch Aktivitäten des Maghreb-Zweiges der Terrororganisation al-Qaida bedroht.