Der Widerstand gegen autoritäre Machthaber in der arabischen Welt hält an. Im kleinen Golfstaat Bahrain fordern die Demonstranten schon seit drei Wochen das Ende der Herrscherdynastie von König Hamad bin Issa al-Chalifa. Nun protestierten Tausende Menschen erstmals vor dem Sitz der Regierung. Nachdem ihre Proteste bisher hauptsächlich auf dem Perlenplatz im Zentrum der Hauptstadt Manama stattfanden, zogen die Demonstranten vor den Palast al-KudaibijaIn, wo jeden Sonntag die Regierung zusammenkommt. "Das Volk fordert den Sturz des Regimes", rief die Menge.

In Jemen rief die Opposition zu neuen Demonstrationen gegen Präsident Ali Abdallah Saleh auf. Die Demonstrationen und Sitzblockaden müssten in sämtlichen Regionen im Jemen intensiviert werden, damit Präsident Saleh nur noch der Rücktritt übrig bleibe, sagte ein Sprecher der Opposition. Damit reagierten die Regierungsgegner darauf, dass Salehs einen von der Opposition vorgelegten Plan zur Lösung der Krise abgelehnt hatte. Er wies vor allem die Forderung zurück, bis zum Jahresende zurückzutreten.

Die Vorschläge der Opposition seien "wirr und widersprüchlich", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Saba und berief sich auf Vertreter des Präsidialamts. Ein "friedlicher Übergang an der Macht" lasse sich nicht durch Salehs vorzeitigen Rücktritt und durch "Chaos" herbeiführen. Der Sprecher der Opposition sagte, der seit 32 Jahren herrschende Saleh habe mit dieser Haltung seinen "politischen Tod" besiegelt.

In Saudi-Arabien gibt es bislang noch keine Massenproteste. Doch trotz eines strengen Demonstrationsverbots, gehen immer wieder Gruppen auf die Straße. Wie Augenzeugen berichten, haben am Samstag etwa 40 Frauen vor dem Gebäude des Gouverneurs der Ost-Provinz Dammam für die Freilassung ihrer seit 1996 inhaftierten Söhne demonstriert. Mehrere Frauen und auch einige männliche Unterstützer seien von der Polizei festgenommen worden. Einige Frauen wurden den Angaben zufolge auch geschlagen. Die neun Gefangenen waren nach dem Anschlag auf einen von den Amerikanern genutzten Luftwaffenstützpunkt in Al-Chobar festgenommen worden. Sie wurden aber nie angeklagt. Durch den Anschlag hatten damals 19 Amerikaner ihr Leben verloren.

In der Stadt Katif, die ebenfalls zur Ost-Provinz gehört, waren zuvor bereits Hunderte auf die Straße gegangen, um für die Freilassung der Inhaftierten und gegen die Diskriminierung der Schiiten zu demonstrieren. Sie riefen: "Keine Schiiten, keine Sunniten, Einheit, Einheit des Islam." In Saudi-Arabien, das von der sunnitischen Familie Al-Saud beherrscht wird, ist eine puritanische Auslegung des sunnitischen Islam Staatsreligion.

Das Innenministerium hatte am Samstag daran erinnert, "dass Kundgebungen und Protestmärsche im Königreich illegal sind". Demonstrationen verstießen gegen das islamische Recht – die Scharia – und die Traditionen des Landes, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Bislang beschränkten sich die Proteste, an denen maximal 250 Menschen teilnahmen, auf die Ost-Provinz, in der die großen Öl-Felder liegen und in der mehrheitlich Angehörige der schiitischen Minderheit leben. Einige saudische Aktivisten versuchen schon seit Beginn des Aufstandes in Ägypten, via Internet zu Protestaktionen in ihrem Heimatland aufzurufen. Bislang allerdings ohne großen Erfolg. Zwei Aufrufe gibt es beispielsweise für den 11. und den 20. März.

Der Gouverneur der Provinz, Prinz Mohammed bin Fahd, hatte schiitische Aktivisten in der vergangenen Woche in einem nicht-öffentlichen Gespräch aufgefordert, für eine Beruhigung der Lage zu sorgen. Das berichtete ein Teilnehmer dieses Gespräches.