Ein Berufungsgericht in Washington hat eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen vier ehemalige Mitarbeiter des US-Sicherheitsunternehmens Blackwater angeordnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Gerichtsunterlagen.

Den früheren Wachleuten wird vorgeworfen, im September 2007 auf dem Nissur-Platz in Bagdad willkürlich in eine Menschenmenge gefeuert zu haben. Einer Untersuchung der USA zufolge wurden dabei 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittlungen gehen von 17 Todesopfern aus. Blackwater war im Irak vor allem mit dem Schutz von Botschaftsmitarbeitern beauftragt. Die private Sicherheitsfirma verlor wegen des Vorfalls seine Aufträge im Irak und firmiert mittlerweile unter dem Namen Xe Services.

Der Prozess gegen die Beschuldigten war im Dezember 2009 geplatzt. Die Berufungsrichter kamen nun zu dem Schluss, dass "eine Reihe systematischer Fehler" gemacht worden sei, als ein Bundesrichter das Verfahren wegen nicht zulässiger Beweismittel eingestellt hatte. Er erklärte Befragungen der Blackwater-Angestellten unmittelbar nach dem Vorfall für ungültig, weil die Männer Immunität genossen hätten und unter Druck gesetzt worden seien. Das dreiköpfige Gremium der Berufungsinstanz in Washington stellte sich gegen diese Argumentation: Die Aussagen der Männer hätten nicht pauschal ausgeschlossen werden dürfen.

Der irakische Ministerpräsident Nuri el Maliki begrüßte die Entscheidung in Washington. Die Wiederaufnahme zeige, dass "das US-Justizsystem in der Lage ist, Gerechtigkeit zu schaffen", sagte sein Sprecher Ali el Mussawi. Die irakische Regierung sei zuversichtlich, dass die Familien der Opfer nun ihr Recht bekommen und "die Verbrecher bestraft" würden. Die Einstellung des Verfahrens hatte im Irak seinerzeit große Empörung ausgelöst.

Die Anklage in dem früheren Verfahren hatte den Blackwater-Angestellten Verstöße gegen die Waffengesetze sowie Totschlag zur Last gelegt. Ihre Verteidiger versicherten, die Männer hätten in Selbstverteidigung gehandelt, da sie von einem Angriff auf einen Konvoi mit US-Diplomaten ausgegangen seien. Insgesamt standen sechs ehemalige Blackwater-Mitarbeiter im Verdacht. Gegen vier von ihnen wird der Prozess nun neu aufgerollt, ein weiterer hatte sich bereits des versuchten Totschlags schuldig bekannt. Ein sechster Mann wurde freigesprochen.