Nach massiven israelischen Militärangriffen auf den Gaza-Streifen hat sich die dortige Hamas-Führung mit den meisten anderen Palästinenserbewegungen geeinigt, keine weiteren Raketen mehr auf israelisches Gebiet abzufeuern. Die meisten Gruppierungen im Gaza-Streifen hätten sich zu einer Waffenruhe bereiterklärt, um die "zionistische Eskalation zu stoppen", teilte das Hamas-Innenministerium mit. Demnach sollte die Waffenruhe noch am selben Abend beginnen. Ein Vertreter des mit der Hamas verbündeten Islamischen Dschihad bestätigte die Vereinbarung.

Dem Beschluss waren Gespräche mit arabischen und türkischen Vermittlern vorangegangen, sagte Talal Abu Zerifa von der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas (DFLP). Aus Israel gab es dazu vorerst keine offizielle Reaktion. 

Am Donnerstag hatte eine aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Panzerabwehrrakete einen Schulbus im Süden Israels getroffen, dabei wurde ein israelischer Junge schwer verletzt. Später schlugen nach israelischen Angaben weitere 45 Geschosse, Mörsergranaten und Raketen in Südisrael ein. Es gab jedoch keine Verletzten. Die israelische Armee reagierte umgehend mit massiven Bombardements und Luftangriffen, nach Ärzteangaben wurden mindestens vier Palästinenser getötet und 34 verletzt.

Bei den Opfern handelte es sich nach palästinensischen Angaben um drei Angehörige militanter Gruppen, einen Lehrer und einen Polizisten. 

In den vergangenen drei Wochen hatte die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gaza-Streifen deutlich zugenommen. Dabei wurden 24 Palästinenser getötet und mehr als 50 verletzt. Im gleichen Zeitraum gab es bei Raketenangriffen auf Israel mehrere Verletzte.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas führte unterdessen Gespräche in Kairo bei seinem ersten Besuch in der ägyptischen Hauptstadt seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar. Im Vordergrund seiner Unterredungen standen der Nahost-Friedensprozess und die Aussöhnung zwischen den verfeindeten Palästinenserfraktionen, wie in Kairo offiziell mitgeteilt wurde.

Bei einem Treffen mit Amre Mussa, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, hatte Abbas seine Absicht bekräftigt, in den von der islamischen Hamas kontrollierten Gaza-Streifen zu reisen, um der Versöhnung voranzubringen. Die von Abbas geführte Organisation Fatah steht mit der Hamas seit etlichen Jahren auf Kriegsfuß. 2007 hatten die Islamisten die Fatah praktisch völlig aus Gaza vertrieben.