"Wenn sie aufhören zu schießen, hören wir auch auf", sagte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak am Sonntag im israelischen Rundfunk. Damit reagierte er auf Berichte, dass Hamas einen dauerhaften Waffenstillstand wolle. Barak ist das erste israelische Kabinettsmitglied, das seit der Eskalation der Gewalt der vergangenen Tage einen Waffenstillstand ins Gespräch brachte. Bereits am Donnerstag hatte Hamas eine sofortige Waffenruhe angekündigt. Diese war jedoch nur von kurzer Dauer.

Ein Hamas-Sprecher sagte als Reaktion auf Barak, auch seine Seite sei zu einem Waffenstillstand bereit. Voraussetzung für die Einstellung der Angriffe auf Israel sei, dass die Gegenseite ihren Beschuss beende.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte aber vor weiteren israelischen Luftangriffen. "Wenn die kriminellen Angriffe gegen israelische Soldaten und Zivilisten weitergehen, wird Israel mit viel mehr Härte reagieren", sagte er zu Beginn einer Kabinettssitzung. Die Armee habe bereits "harte Schläge" gegen Hamas und terroristische Organisationen ausgeführt.

Am Donnerstag hatte eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Panzerabwehr-Rakete im Süden Israels einen Schulbus getroffen und einen Jugendlichen schwer verletzt. Bei den folgenden Vergeltungsangriffen der israelischen Armee wurden nach Angaben von Ärzten im Gazastreifen bis Sonntag 18 Palästinenser getötet und fast 70 verletzt. Am Samstag rief Hamas angesichts der Luftangriffe im Gazastreifen den Ausnahmezustand aus. Die Konfrontation ist die blutigste in der Region seit der israelischen Offensive im Gazastreifen zwischen Dezember 2008 und Januar 2009

Die Arabische Liga forderte angesichts der israelischen Luftangriffe eine Flugverbotszone über dem Gazastreifen. Ein entsprechender Antrag solle beim UN-Sicherheitsrat in New York eingereicht worden sein, sagte der Präsident der Liga, Amr Mussa, nach einem Treffen des Staatenbundes in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Damit solle der israelischen Luftwaffe das Überfliegen des Gebiets verboten werden. Die Türkei kritisierte die israelischen Luftangriffe als "exzessiv" und "unverhältnismäßig". Israel müsse der Gewalt ein Ende setzten, forderte das Außenministerium in Ankara.