Frankreich plant derzeit nicht, die Rebellen in Libyen mit Waffen zu versorgen. Zu einem solchen Schritt gebe es keinen Anlass, hieß es aus der Umgebung von Präsident Nicolas Sarkozy. Der oppositionelle Nationale Übergangsrat in Libyen scheine keine Probleme zu haben, sich ausreichend zu bewaffnen, hieß es zur Begründung. Frankreich lehne es jedoch nicht grundsätzlich ab, die Rebellen mit Waffen zu beliefern.

Auf dem Treffen der Libyen-Kontaktgruppe am Mittwoch hatten die Rebellen umfangreiche Hilfen gefordert. Italien hatte vor dem Treffen eine Bewaffnung der Rebellen ins Gespräch gebracht. Die Belieferung der Rebellen mit Waffen und die Umleitung eingefrorener Gelder von Staatschef Muammar al-Gadhafi an die Aufständischen sind jedoch umstritten.

Auch um die Luftangriffe gibt es weiter Streit: Während Großbritannien und Frankreich forderten, die Einsätze zu verstärken, erteilte Belgien dem eine klare Absage. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien hatten zuletzt der Nato vorgeworfen, militärisch in Libyen nicht genug zu tun.

Am heutigen Donnerstag kommen die Nato-Außenminister in Berlin zusammen, um über das weitere Vorgehen gegen das Gadhafi-Regime zu beraten. Die Außenminister der 28 Nato-Staaten wollen in Berlin auch über Chancen für eine politische Lösung des Konflikts beraten.

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Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Bereitschaft der Bundesregierung verteidigt, Hilfslieferungen nach Libyen möglicherweise durch Bundeswehrsoldaten militärisch zu schützen. Das sei kein Widerspruch zur deutschen Haltung, sich von dem Nato-Einsatz in dem Land fernzuhalten, sagte Westerwelle der Frankfurter Rundschau. "Die militärische Absicherung einer humanitären Hilfslieferung zum Beispiel auf dem Mittelmeer ist etwas völlig anderes als die Beteiligung an einem Kriegseinsatz. Humanitäre Hilfe ist neutral, sie schaut nur auf Opfer."

Die Kämpfe in Libyen gehen unterdessen weiter. Truppen des libyschen Machthabers griffen am Mittwoch erneut Misrata an. Es habe wieder Beschuss und Verletzte gegeben, berichtete ein Einwohner der belagerten Stadt am Telefon. Die Aufständischen befürchteten, dass die Regierung eine entscheidende Offensive plane, um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Auch die Nato hat ihre Luftangriffe auf Stellungen von Gadhafi-Truppen fortgesetzt. Der Angriff galt den Angaben zufolge Bunkern mit Munition etwa 13 Kilometer südöstlich der Stadt El Asisija, etwa 50 Kilometer von der libyschen Hauptstadt Tripolis entfernt. Außerdem zerstörten die internationalen Truppen zwölf Panzer in der Nähe des libyschen Ortes Zintan.