Der Anschlag auf ein Touristencafé in der marokkanischen Stadt Marrakesch mit mindestens 16 Toten ist international scharf verurteilt worden. US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete den Anschlag in einer Erklärung am Donnerstag als "feiges terroristisches Attentat". Der UN-Sicherheitsrat in New York verurteilte die "abscheuliche" Tat "auf das Schärfste".

Nach Angaben der marokkanischen Behörden sind durch den Anschlag 16 Menschen getötet worden. Zunächst war von 15 Toten die Rede gewesen. Unter den Todesopfern seien elf Ausländer und drei Marokkaner, zudem seien 21 Menschen verletzt worden. Wie Ärzte mitteilten, waren acht Franzosen unter den Toten. Das Außenministerium in Den Haag gab den Tod einer Niederländerin bekannt. Berichte, wonach der Anschlag möglicherweise von einem Selbstmordattentäter verübt wurde, bestätigte Cherkaoui nicht.

Es habe sich um einen "terroristischen Akt" gehandelt, sagte Marokkos Kommunikationsminister Khalid Naciri der Nachrichtenagentur AFP. Das Land sei "wieder mit den gleichen Bedrohungen konfrontiert wie im Mai 2003". Vor acht Jahren waren bei Anschlägen in der Küstenstadt Casablanca 45 Menschen getötet worden, darunter zwölf Selbstmordattentäter.

Die Explosion ereignete sich im Café Argana am mittelalterlichen Marktplatz Dschemaa el Fna. Das Café ist bei Touristen beliebt, weil sie aus der ersten Etage das Treiben auf dem Platz mit seinen Schlangenbeschwörern und Gauklern überblicken können. "Die gesamte erste Etage des Cafés Argana wurde durch diese Explosion beschädigt", sagte ein Augenzeuge in einem Telefonat mit AFP. Die Ehefrau eines Kellners, der getötet wurde, sagte, die Explosion habe sich auf der Terrasse ereignet. Ein anderer Augenzeuge wollte beobachtet haben, wie ein Mensch das Café betrat, eine Bombe ablegte und wieder ging. Zunächst hatte es geheißen, die Explosion habe in der Küche stattgefunden, wo Gasflaschen standen.

Ermittlungen seien eingeleitet worden, um die genauen Ursachen festzustellen, sagte Innenminister Cherkaoui. Unter den Opfern seien "mehrere Touristen", sagte ein Vertreter der Präfektur. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy teilte in Paris mit, er verurteile "den hinterhältigen, grausamen und feigen Anschlag aufs Schärfste".

"Die Vereinigten Staaten verurteilen auf das Schärfste den terroristischen Angriff, der heute Unschuldige in einem Café von Marrakesch in Marokko getötet und verletzt hat", sagte Clinton. UN-Generalsekretär Ban zeigte sich "entsetzt". Er bekräftige seine "scharfe Ablehnung des Einsatzes rücksichtsloser Gewalt gegen Unschuldige". Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete den mutmaßlichen Anschlag in Berlin als "zynische und verabscheuungswürdige Tat, die wir auf das Schärfste verurteilen". Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche bei dem Attentat getötet oder verletzt wurden.