Für Hosni Mubarak kommt es Schlag auf Schlag: Erst wurde der frühere ägyptische Präsident nach einer Herzattacke in ein Krankenhaus gebracht, nun wurde er inhaftiert. Wie der Generalstaatsanwalt in Kairo mitteilte, soll der Arrest zunächst 15 Tage dauern. Das Gleiche gelte für seine beiden Söhne Alaa und Gamal. Gegen alle drei Männer werde wegen Korruption, Verschwendung öffentlichen Eigentums und Amtsmissbrauch ermittelt.

Nach Angaben des staatlichen Fernsehens befindet sich Mubarak in einer Klinik im Sinai-Badeort Scharm al-Scheich. Der Gesundheitszustand Mubaraks sei "mehr oder weniger" stabil, sagte Krankenhausdirektor Mohammed Fathallah. Die amtliche Nachrichtenagentur Mena meldete, der 82-Jährige befindet sich auf der Intensivstation. Beobachter gehen davon aus, dass er auch nach seiner Festnahme in der Klinik bleiben wird.

Seine beiden Söhne wurden dagegen nach Kairo zurückgeflogen. Zuvor waren sie so wie ihr Vater in Scharm al-Scheich vernommen worden. Neben den wirtschaftlichen Delikten wird ihnen vorgeworfen, den Einsatz von scharfer Munition während des Volksaufstands angeordnet zu haben. Alle drei Männer standen seit dem Ende der Mubarak-Herrschaft vor zwei Monaten in der früheren Ferienresidenz der Familie unter Hausarrest.

So wie Mubarak selbst landen auch immer mehr Funktionäre seines Regimes hinter Gittern. Erst traf es die Minister für Inneres, Wohnungsbau und Tourismus, dann kamen auch der Vorsitzende des Schura-Rates, Safwat al-Scharif, und Ex-Ministerpräsident Ahmed Nasif wegen des Verdachts der illegalen Bereicherung im Amt in Untersuchungshaft. Justizkreisen zufolge soll nun auch der frühere Parlamentspräsident Fathi Surur zu einer ersten Anhörung einbestellt werden. 

Genau dies hatten die Ägypter von ihrer neuen Führung immer gefordert. Am vergangenen Freitag gingen dafür Zehntausende auf die Straße – so viele wie seit den Tagen der Revolution nicht mehr. Damals hieß es: "Das Volk und die Armee gehen Hand in Hand". Davon haben sich viele inzwischen distanziert. Die Kluft zwischen dem Militär und der Bevölkerung wächst. Die Menschen werfen den Streitkräften vor, sie sorgten weder für Sicherheit im Land noch distanzierten sie sich von den undemokratischen Praktiken der Mubarak-Ära.

Für jüngste Aufregung sorgte die Verurteilung eines Bloggers durch ein Militärgericht. Der 25-jährige Internet-Aktivist soll wegen "Beleidigung der Streitkräfte" für drei Jahre in Haft. Die Ägyptische Organisation für Menschenrechte (EOHR) kritisierte diese Verurteilung und forderte, es dürfe keine Verfahren gegen Zivilisten vor Militärgerichten mehr geben. Auch der Einsatz "übertriebener Gewalt" gegen Demonstranten durch die Militärpolizei müsse aufhören.