Nach dem Nato-Luftangriff nahe des libyschen Ölhafens Brega hat Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen den Tod von zehn libyschen Aufständischen bedauert, die durch den Beschuss getötet wurden. "Das ist ein sehr unglückseliger Zwischenfall", hieß es in einer Erklärung. Er bedauere den Verlust von Menschenleben zutiefst.

Wenige Stunden zuvor hatte es der stellvertretende Nato-Kommandeur in Libyen, Russell Harding, abgelehnt, sich bei den Aufständischen zu entschuldigen. Er fand auch kein Wort des Bedauerns für die Todesopfer. "Es scheint, dass unsere Angriffe von gestern den Tod einiger Rebellen zur Folge hatten", sagte Harding. "Aber ich werde mich nicht dafür entschuldigen." Nato-Kampfjets hatten auf der Straße zwischen Adschdabija und Brega mehr als zehn Rebellen getötet, die in Panzern unterwegs waren.

"Bis gestern hatten wir keine Ahnung, dass die Aufständischen Panzer benutzen", sagte der britische Konteradmiral Harding. Er ist stellvertretende Kommandeur des internationalen Militäreinsatzes in Libyen. "Unsere Aufgabe ist der Schutz von Zivilisten. Und Panzer sind in der Vergangenheit benutzt worden, um Zivilisten anzugreifen." Harding lehnte auch eine bessere Kommunikation mit den Rebellen ab: "Wir, die wir Zivilisten mit welchen Überzeugungen auch immer zu schützen versuchen, haben nicht die Aufgabe, die Kommunikation mit den Rebellen zu verbessern."

Anders als der US-General Carter Ham wollte der Harding aber nicht von einer Pattsituation in Libyen sprechen. "Ja, es bewegt sich, aber nur in einem relativ kleinen Bereich", sagte er. Wenn jemand das als Patt definieren wolle, könne er das tun. Ham, der Chef des US-Afrika-Kommandos, hatte sich vor dem US-Senat zu Libyen geäußert und gesagt, es sei unwahrscheinlich, dass es den Rebellen gelingen werde, Machthaber Muammar al-Gadhafi zu stürzen.