Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste in Syrien setzt die Regierung nach Angaben von Bürgerrechtlern auch auf Massenfestnahmen. Sicherheitskräfte hätten im ganzen Land rund 500 Anhänger der Demokratiebewegung festgenommen, teilte die unabhängige syrische Organisation Sawasiah mit.

Seit die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad am Montag mit Panzern in die Hochburg der Aufständischen Daraa eingerückt sind, wurden dort laut Augenzeugen mindestens 20 Menschen getötet. Amnesty International zufolge starben in Daraa mindestens 23 Menschen. Die Menschenrechtsorganisation sprach von einer "brutalen Reaktion auf die Forderungen des Volkes".

Das amerikanische Außenministerium hat die US-Bürger in Syrien zum Verlassen des Landes aufgefordert. Auch Mitarbeiter der US-Botschaft, die nicht unbedingt vor Ort erforderlich seien, und Familienangehörige des Botschaftspersonals seien angewiesen worden, abzureisen, berichteten US-Medien. Die Botschaft in Damaskus werde geöffnet bleiben, die Dienstleistungen würden aber eingeschränkt.

Das Außenministerium forderte außerdem alle US-Bürger dringend auf, nicht in den von Unruhen erschütterten Nahoststaat zu fahren. Diejenigen, die sich in Syrien befänden, sollten abreisen, solange es noch Verkehrsverbindungen gebe. Alle nicht zwingend notwendigen Reisen sollten unterbleiben.

Die USA hatten am Montag die jüngsten Militäreinsätze in Syrien mit Hunderten Toten verurteilt und dem Regime in Damaskus mit "gezielten Sanktionen" gedroht. Die US-Führung prüfe eine Reihe von Optionen als Reaktion auf die nicht zu akzeptierende Gewalt gegen Demonstranten, sagte ein Regierungssprecher im Weißen Haus.