Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 und seine Komplizen kommen im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba vor ein Militärgericht. Verantworten müssen sich dann neben Khalid Scheich Mohammed auch vier weitere Inhaftierte, die der Mitverschwörung verdächtigt werden.

Damit endet in den USA ein jahrelanger politischer Streit, der bereits Ende 2009 entschieden schien. Damals hatte Justizminister Eric Holder für Aufsehen gesorgt, als er verkündete, dass die vier Männer vor ein Zivilgericht in New York gestellt werden sollen. Ähnlich hatte sich bereits Präsident Barack Obama geäußert. So wie Mohammed – ein hochrangiges Mitglied der Extremistenorganisation al-Qaida – sollten auch andere Guantánamo-Gefangene in ein US-Gefängnis überführt und vor ein Zivilgericht gestellt werden.

Doch der Druck der oppositionellen Republikaner, einiger seiner Demokraten sowie vieler Hinterbliebenen der Opfer war zu stark. Zum einen sperrten sich Kongressmitglieder dagegen, Guantánamo-Häftlinge zu Prozessen in die USA zu bringen und sie dort dann nach einer Verurteilung gefangen zu halten. Auch die Stadt New York sträubte sich. Sie sorgte sich, dass ein Prozess einen neuen Terrorakt in der Metropole heraufbeschwören könnte.

Schlussendlich gab Obama diesem Druck nach und vollzog Anfang März die Kehrtwende: Er erlaubte die Wiederaufnahme von Militärprozessen gegen diejenigen Häftlinge, die unter Terrorismusverdacht stehen.

Zugleich scheiterte damit auch sein Versuch, das umstrittene Gefangenenlager auf Kuba zu schließen. Die Häftlinge haben dort nicht dieselben Rechte wie Angeklagte in den USA, das Lager untersteht nicht der ordentlichen US-Gerichtsbarkeit. Zudem wurde bekannt, dass in dem Lager Folter und andere drastische Verhörmethoden angewandt wurden.