Der Iran hat auf der Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Indien für einen diplomatischen Zwischenfall gesorgt. Kurz bevor der Regierungs-Airbus "Konrad Adenauer" iranischen Luftraum erreichte, verweigerte der Iran der Maschine den Überflug.

Das Flugzeug mit der Kanzlerin und einer größeren Delegation von Wirtschaftsvertretern und Journalisten an Bord musste deshalb zwei Stunden über türkischem Territorium kreisen, bevor der Iran dann doch seine Überflugerlaubnis gab. Dies geschah erst nach einstündiger Verhandlung unter Vermittlung der Türkei und Beteiligung des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Vor dem Abflug der Maschine hatte der Iran nach Angaben der Bundesregierung grünes Licht für den Überflug gegeben. Dies sei aber später von iranischer Seite bestritten worden. "So einen Vorfall gab es noch nie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es werde geprüft, ob diplomatischer Protest eingelegt werde.

Ein zweites deutsches Regierungsflugzeug mit etlichen Ministern an Bord, das etwas früher aus Berlin losgeflogen war, konnte den Iran dagegen offenbar problemlos überqueren. Innenminister Hans-Peter Friedrich, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Verkehrsminister Peter Ramsauer und Bildungsministerin Annette Schavan erreichten Indien planmäßig.

Sie nehmen dort an den ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen teil. Hauptthemen sind die Energie-, Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Kanzlerin will bei ihrem Besuch auch für das Kampfflugzeug Eurofighter werben. Das Eurofighter-Konsortium von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien bewirbt sich um einen Auftrag der indischen Luftwaffe für 126 Maschinen im Wert von sieben Milliarden Euro.