Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist gefasst. Der frühere Kommandeur der bosnischen Serben sei "auf serbischem Territorium" ergriffen worden, sagte Serbiens Staatschef Boris Tadić. Einen genauen Ort nannte er nicht. Laut einem Bericht der größten serbischen Zeitung Blic griffen die Beamte von Polizei und Geheimdienst morgens um 9 Uhr im Haus eines Verwandten zu – im Dorf Lazarevo nahe der Stadt Zrenjanin im Norden des Landes.

Serbien könne jetzt "ein unrühmliches Kapitel seiner jüngeren Geschichte" abschließen, sagte Tadić. Die Verhaftung könne auch Konflikte auf der gesamten Balkanhalbinsel beseitigen helfen. "Die Verhaftung ist wichtig für die Versöhnung".

Ratko Mladić ist einer der meistgesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher der Balkan-Kriege. Er soll nun so schnell wie möglich an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt werden. "Der Prozess der Auslieferung läuft bereits mit seiner Festnahme", sagte Tadić.

Anklagen wegen Sarajewo und Srebrenica

Das UN-Sondertribunal für Jugoslawien erhob zwei Anklagen wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den früheren General, unter anderem wegen der 44-Monate dauernden Belagerung Sarajevos mit etwa 10.000 Toten und wegen des Massakers in der bosnischen Stadt Srebrenica 1995.