Der Nachfolger des getöteten Al-Qaida-Chefs Osama bin Laden soll offenbar der Ägypter Saif al-Adel werden. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf den früheren libyschen Al-Qaida-Kämpfer Noman Benotman.

Saif al-Adel, ein ehemals hochrangiger Angehöriger der ägyptischen Armee, soll das Netzwerk übergangsweise führen. Al-Adel, der auch als Muhamad Ibrahim Makkawi bekannt ist, war bereits ein führendes Mitglied des Terrornetzwerks. In den achtziger Jahren kämpfte er in Afghanistan gegen die Sowjetunion. Nach dem Sturz der Taliban im Jahr 2001 floh er nach Iran. Von dort soll er die Al-Qaida-Aktivitäten in Saudi-Arabien organisiert haben.

Al-Qaida wolle mit der Ernennung al-Adels wahrscheinlich testen, wie auf einen Terrorchef reagiert werde, der nicht von der arabischen Halbinsel stamme, sagte Benotman nach CNN-Angaben. Viele saudische und jemenitische Al-Qaida-Mitglieder könnten sich an solch einer Entscheidung stören, so Benotman.

Eine pakistanische Tageszeitung bestätigte die Information. In einem Artikel aus der Stadt Rawalpindi, wo das pakistanische Militär seinen Hauptsitz hat, berief sie sich dabei auf nicht genannte Informanten. Beobachter rechnen damit, dass langfristig der ebenfalls aus Ägypten stammende langjährige Stellvertreter bin Ladens, Aiman al-Zawahiri, das Terrornetzwerk führen soll.

Al-Qaida-Chef Osama bin Laden war am 2. Mai von einem US-Spezialkommando im pakistanischen Abbottabad aufgespürt und getötet worden. Wenige Tage später bestätigte das Terrornetzwerk seinen Tod und kündigte Vergeltung an.