Eine Woche vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Mailand hat der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi mit rassistischen und ausländerfeindlichen Äußerungen vor einer Machtübernahme durch "linke Extremisten" gewarnt. Die Linke wolle Mailand zu einer "islamischen Stadt voller Zigeuner" machen, sagte Berlusconi auf der Webseite seiner Partei Volk der Freiheit (PDL).

Mailand dürfe keine islamische "Zigeunopolis" (Zingaropoli) werden, "voller Roma-Lager und von Ausländern belagert, denen die Linke sogar das Wahlrecht geben will", schreibt der Mitte-Rechts-Regierungschef.

Im ersten Wahldurchgang vor gut einer Woche hatte der Kandidat der Linken, Giuliano Pisapia, mit 48 Prozent der Stimmen Bürgermeisterin Letizia Moratti von der PDL mit 41,6 Prozent hinter sich gelassen. Die Stichwahl zwischen den beiden ist für kommenden Sonntag und Montag angesetzt.

Berlusconi bezeichnete die Wahl als "wichtige Wahl für die Zukunft unserer Stadt und für alle". Mailand, eine der "bedeutendsten Großstädte Europas", dürfe nicht in die Hände der "extremen Linken" fallen und Gefahr laufen, in Unordnung, Chaos und Unsicherheit zu versinken. Der Medienunternehmer Berlusconi, der sich wegen Sex- und Korruptionsaffären in mehreren Prozessen verantworten muss, stammt aus Mailand.