Dan Shuftan von der Haifa-Universität wies alle Hoffnung auf ein mögliches Abkommen mit den Palästinensern von sich, es gäbe zu große Differenzen zwischen den Parteien, die durch das Hamas-Fatah-Versöhnungsabkommen noch zugenommen hätten. Er plädierte aber für einen Teilrückzug aus jenen palästinensischen Gebieten, die Israel im Fall eines Abkommens in jedem Fall abtreten würde. So würde man zumindest "Zeit in der internationalen Arena" gewinnen.

Es sieht tatsächlich so aus, als hätten israelische und palästinensische Politiker das lokale Spielfeld längst verlassen und sich auf Stellvertreterkriege verlegt. Wobei die Palästinenser jede weitere Isolierung Israels als Punkt werten. Premier Netanjahu auf der anderen Seite fährt in ein paar Tagen nach Washington und wird dort versuchen, den jüngsten Palästinenser-Marsch in Sympathiewerte für sich umzuwandeln.

An der Realität aber wird sich nicht viel ändern. Und dies vermutlich auch nicht nach der Ausrufung eines Palästinenserstaates, sollte es im September tatsächlich dazukommen. Es wäre ein Staat auf dem Papier, der zwar internationale Unterstützung zu erzeugen vermag, aber keine Hoffnungen auf ein besseres Leben einlösen kann.

Immerhin gibt es aber auch israelische Abgeordnete von der Arbeitspartei und von Kadima, die sich für die israelische Anerkennung eines Palästinenserstaates aussprechen. Itzchak Herzog von der Arbeitspartei und Shaul Mofaz von Kadima gehören zu ihnen. Sie würden jedoch eine Anerkennung mit der Aufnahme von sofortigen Verhandlungen über die Grenzen verknüpfen. Auf diese Weise würde sich der israelisch-palästinensische Konflikt in einen erst einmal zu lösenden Grenzstreit wandeln.