Truppen der syrischen Armee sind Medienberichten zufolge in der Nacht zum Samstag in die Küstenstadt Banias eingerückt. Ein Anwohner sprach von "etwa 30 Panzern und Tausenden Soldaten".

Die Soldaten seien mit Panzern in sunnitische Bezirke vorgedrungen, in denen die Bevölkerung sich Präsident al-Assad widersetzt habe, wie Menschenrechtsaktivisten berichten. Die Stadtteile mit alawitischer Bevölkerung – die mächtige Minderheit in dem arabischen Land – seien nicht betroffen. Einwohner der Stadt hätten "menschliche Schutzschilde gebildet", um die Panzer am Vordringen zu den südlichen Stadtvierteln zu hindern, sagte ein Aktivist.

An der Küste der Viertel patrouillierten Marineschiffe. Die Kommunikationsverbindungen sowie die Stromversorgung wurden unterbrochen.

Bereits nach den Freitagsgebeten war es in Syrien zu neuen Protesten gekommen. Die Sicherheitskräfte töteten nach Angaben von Menschenrechtsgruppen 27 Demonstranten. Diese fordern einen demokratischen Wandel mit dem Rücktritt Assads sowie ein Ende des Machtmonopols der seit Jahrzehnten herrschenden Baath-Partei sowie die Auflösung der allmächtigen Staatssicherheit. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind Hunderte Menschen getötet und Tausende festgenommen worden.

Derweil wollen die USA "zusätzliche Maßnahmen" gegen Syrien ergreifen, sollten das "Töten von Demonstranten" und die Verhaftungen von Regimegegnern nicht aufhören. Das teilte die Regierung in Washington am Freitagabend mit.

Bei neuen Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad waren zuvor mindestens zwölf Demonstranten getötet worden. Nach Angaben regimetreuer Medien kamen auch ein Armeeoffizier und fünf Polizisten ums Leben.

Ende April hatte Amerikas Präsident Barack Obama Wirtschaftssanktionen gegen mehrere Mitglieder der syrischen Führung verhängt. Einer von ihnen ist der Bruder von Präsident al-Assad, Mahir al-Assad. Die Strafen begründete er mit "Menschenrechtsverletzungen in Syrien".

Am Freitag einigten sich auch die EU-Länder auf ein Sanktionspaket gegen das Land. Dazu gehören Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen 13 Vertreter der Regierung in Damaskus. Bislang gelten diese Regeln jedoch nicht für Präsident Assad. Weitere Schritte gegen den Staatschef sollen nach Diplomatenangaben zu Beginn der kommenden Woche diskutiert werden. 

Aus Washington hieß es, zusammen mit den internationalen Partnern werde man "zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um unsere starke Ablehnung des Umgangs der syrischen Regierung mit ihrem Volk deutlich zu machen", sollte Damaskus an dem brutalen Vorgehen festhalten.