Es war keine gewöhnliche Übung, die Vietnams Kriegsmarine am Montag vor der eigenen Küste abgehalten hatte. Nicht nur war scharfe Munition im Einsatz, das Manöver war zudem eine direkte Warnung an China. Die Botschaft: Peking möge seine Machtausdehnung im Südchinesischen Meer nicht zu weit treiben.
Vorhergegangen waren zwei von der Regierung in Hanoi angezeigte Attacken gegen vietnamesische Forschungsschiffe durch chinesische Boote. Am 26. Mai und am 9. Juni sollen dabei Erkundungskabel der Vietnamesen vorsätzlich beschädigt worden sein. Die Regierung in Peking sagt dagegen, dass sich bei dem Vorfall Anfang Juni ein Fischernetz der Chinesen in den Kabeln des vietnamesischen Forschungsschiffes verfangen habe und dass sich die Vietnamesen illegal in dem Gebiet aufgehalten hätten.
Stimmen die Angaben Hanois, dann haben sich beide Attacken in der sogenannten Exklusiven Wirtschaftszone Vietnams ereignet, einer 200-Seemeilen-Zone (370 Kilometer), die dem jeweiligen Staat die Erkundung und Ausbeutung der vorhandenen Rohstoffressourcen erlaubt. Die Regierung in Peking allerdings missbilligt die vietnamesischen Aktivitäten dort, denn letztlich geht es einmal mehr um die Spratly- und die Paracel-Inseln, wo große Öl- und Gasreserven vermutet werden.
China beansprucht diese Inselgruppen für sich. Erst kurz vor dem Vorfall am 9. Juni bekräftigte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Hong Lei, China habe "unbestreitbar" die Souveränität über die Spratly-Inseln und deren angrenzende Meeresgebiete.
Auf die Spratly-Inseln erheben neben Vietnam und China auch die Philippinen, Brunei, Malaysia und Taiwan Anspruch, zumindest auf Teile der Inselgruppe. Dieser Dauerkonflikt ist bislang ungelöst, jedes Land führt historische Gründe für seine Ansprüche an. Die Lage kann durchaus eskalieren, 1988 waren bei Gefechten in dem umstrittenen Gebiet zwischen China und Vietnam mehr als 70 vietnamesische Seeleute getötet worden.
Zwar haben Vietnam und die Philippinen mit China bilaterale Verhaltenkodizes zum Territorialstreit vereinbart. Doch ist deren Wirkung ganz offensichtlich begrenzt. Zuletzt hatte auch die philippinische Regierung Zusammenstöße beklagt; der ernsthafteste war der sogenannte Reed Bank Incident , bei dem am 2. März ein philippinisches Erkundungsschiff von zwei chinesischen Patrouillenbooten aus aufgefordert wurde, die Gegend um die Reed-Bank zu verlassen. Laut der Regierung in Manila drohte China seinerzeit, ein Erkundungsschiff zu rammen, weshalb man später Militärflieger dorthin beorderte. Die Reed-Bank liegt unweit der Paracel-Inseln.
Dass Chinas Regierung dieses Thema keineswegs mit dem Selbstverständnis einer militärisch gut gerüsteten Regionalmacht sieht, sondern eher nervös mit direkten Reaktionen und Drohungen begleitet, zeigte zuletzt die Veröffentlichung eines Artikels in der wichtigsten Militärzeitung Chinas. Am Dienstag warnte man in der Liberation Army Daily explizit vor jeglicher Einmischung von außen in die Territorialkonflikte des Südchinesischen Meers.
Es war keine gewöhnliche Übung, die Vietnams Kriegsmarine am Montag vor der eigenen Küste abgehalten hatte. Nicht nur war scharfe Munition im Einsatz, das Manöver war zudem eine direkte Warnung an China. Die Botschaft: Peking möge seine Machtausdehnung im Südchinesischen Meer nicht zu weit treiben.
Vorhergegangen waren zwei von der Regierung in Hanoi angezeigte Attacken gegen vietnamesische Forschungsschiffe durch chinesische Boote. Am 26. Mai und am 9. Juni sollen dabei Erkundungskabel der Vietnamesen vorsätzlich beschädigt worden sein. Die Regierung in Peking sagt dagegen, dass sich bei dem Vorfall Anfang Juni ein Fischernetz der Chinesen in den Kabeln des vietnamesischen Forschungsschiffes verfangen habe und dass sich die Vietnamesen illegal in dem Gebiet aufgehalten hätten.