Auf Kritik an der Bundeswehrausrüstung hat der Wehrbeauftragte des Bundestages reagiert und gesagt, dass auch ein besserer Schutz bei dem tödlichen Anschlag in Afghanistan vermutlich keinesfalls geholfen hätte. "In diesem konkreten Fall, glaube ich, wäre kein Schutz dieser Erde geeignet gewesen, es zu verhindern", sagte der FDP-Politiker Hellmut Königshaus am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Am Donnerstag war ein deutscher Soldat in einer Sprengfalle in Nordafghanistan ums Leben gekommen. Sein Schützenpanzer "Marder" fuhr in die Falle. Danach hatte es Kritik an der Ausstattung des Panzers gegeben. Königshaus machte im Gespräch mit der Mainzer Allgemeinen Zeitung allerdings durchaus Ausrüstungsmängel mit dafür verantwortlich, dass deutsche Soldaten Sprengfallen nicht rechtzeitig orten und entschärfen können. Die US-Streitkräfte verfügten über besonders geschützte Fahrzeuge, aus denen heraus Sprengfallen per Roboterarm beseitigt werden könnten.

Dass die Bundeswehr eine solche Technik nicht habe, begründete der Wehrbeauftragte damit, dass "man sie nicht rechtzeitig bestellt hat, weil man es möglicherweise nicht für erforderlich gehalten hat". Bislang habe man sich darauf beschränkt, die Fahrzeuge stärker zu panzern. "Das ist eben nicht genug gewesen."

Königshaus sagte, Deutschland entwickle ein eigenes System, das im kommenden Jahr zum Einsatz kommen soll. Vorserienmodelle habe er bereits selbst getestet, sagte der FDP-Politiker.

Für das kommende Dreivierteljahr gebe es für die deutschen Soldaten in Afghanistan jedoch eine "erhebliche Lücke, die eigentlich früher schon hätte erkannt und geschlossen werden müssen". Insgesamt starben während der vergangenen zehn Tage vier Bundeswehrsoldaten.