Dänemarks Regierung hat vorerst keine parlamentarische Mehrheit für ihre geplanten Kontrollen an den Grenzen nach Deutschland und Schweden. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau berichtete, scheiterte ein Antrag im Kopenhagener Finanzausschuss zur Bewilligung von Mitteln für die international kritisierten Kontrollen.

Die endgültige Entscheidung wurde von dem Ausschuss an das Parlamentsplenum überwiesen, das bis Ende des Monats beraten soll. Hier hängt die Mehrheit von der Stimme eines fraktionslosen Abgeordneten ab.

Vier Parteien hatten wenige Stunden vor der Abstimmung im Finanzausschuss eine Gegeninitiative angekündigt. Zwei von ihnen standen bisher hinter den Regierungsplänen. Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen kündigte an, seine Minderheitsregierung werde um die Verabschiedung des "ungeheuer wichtigen Paketes" kämpfen. Sie begründet die geplanten Grenzkontrollen als Einsatz gegen grenzüberschreitende Kriminalität.

Die Pläne der Regierung, permanente Zollkontrollen wiedereinzuführen, waren europaweit kritisiert worden. Die EU-Kommission in Brüssel hatte bezweifelt, dass diese Kontrollen mit dem Schengener Vertrag über freie Beweglichkeit innerhalb der Mitgliedsstaaten vereinbar sind. Die Initiative für die Kontrollen stammt von der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DVP).