Drei Monate nach der Atomkatastrophe in Fukushima hat Japans Regierung mitgeteilt, die zur Inspektion ruhenden Atomkraftwerke sollen im Juli wieder in Betrieb genommen werden. Mit dem Hochfahren sollen Stromengpässe vermieden werden, wenn die Klimaanlagen wegen der Sommerhitze verstärkt laufen.

Industrieminister Banri Kaieda sagte, er hoffe, die umliegenden Gemeinden würden dafür Verständnis zeigen. Viele Anwohner sind durch die Atomkatastrophe in der Anlage Fukushima verunsichert und fordern von der Zentralregierung zunächst schärfere Sicherheitsauflagen.

Japan lässt derzeit die genauen Ursachen für den Atomunfall von einem unabhängigen Expertengremium untersuchen. Dabei sollen auch die von Tepco ergriffenen Maßnahmen und die anfängliche Reaktion der Regierung in Tokyo untersucht werden.

Ministerpräsident Naoto Kan sei bereit, sich den Fragen des Gremiums, das überwiegend mit Wissenschaftlern besetzt ist, zu stellen. Kan wird von der Opposition, aber auch von Gegnern im eigenen Lager ein schlechtes Krisen-Management vorgeworfen. Das neue Expertengremium plant, gegen Ende des Jahres einen Zwischenbericht vorzulegen. Ein abschließendes Urteil soll kommen, wenn die Krise bewältigt ist.

Beamte des Arbeitsministeriums haben unterdessen das Atomkraftwerk in Fukushima aufgesucht, um herauszufinden, ob der Betreiber Tepco gegen Sicherheitsauflagen für die zur Reparatur eingesetzten Arbeiter verstoßen hat. Anlass ist der Fall von zwei Arbeitern, die einer Strahlenbelastung weit über den vorgeschriebenen Grenzwerten ausgesetzt worden sein sollen. Es besteht die Befürchtung, dass auch andere Männer in dem Atomkraftwerk unter ähnlichen Bedingungen arbeiten mussten.