Der Fernsehsender CNN präsentierte ein republikanisches Gruppenbild mit Dame. Sechs Männer und eine Frau debattierten am Montagabend in New Hampshire darüber, wer von ihnen wohl am besten geeignet sei, Präsident Barack Obama am 6. November 2012 aus dem Weißen Haus zu jagen.

Es war eine gesittete und ernsthafte Debatte. Aber wenig spritzig, meist gähnend langweilig – und fast zu anständig. Jedenfalls wenn man bedenkt, welches Gift sie sonst gegeneinander spritzen. Die sieben Möchtegern-Präsidenten verschonten einander und vermieden es geradezu peinlich, die Schwächen der anderen aufzudecken und Pfeile auf die verwundbaren Stellen zu schießen.

 Kaum jemand griff Mitt Romney wegen seiner eigenen Gesundheitsreform an, die er einst als Gouverneur von Massachusetts durchpaukte und die der jetzt unter Republikanern so verhassten Gesundheitsreform Obamas fast bis aufs Haar gleicht.

Niemand knüpfte sich ernsthaft Newt Gingrich vor, den ehemaligen republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Mitte der neunziger Jahre. Seine meisten Berater haben vor ein paar Tagen seine Kampagne fluchtartig verlassen. Weil Gingrich so chaotisch und unberechenbar ist. Weil er beim Juwelier Tiffany tief in der Kreide steht und es außerdem vorzog, mit seiner Gattin in der Ägäis umher zu fahren, statt sich seinem in die Bredouille geraten Wahlkampf zu widmen.

Niemand griff den afroamerikanischen Unternehmer Herman Cain an, der damit prahlt, kein Politiker zu sein, und von politischen Konzepten keine Ahnung hat. Außer vielleicht von Steuerfragen. Bei der ersten Debatte vor ein paar Wochen rühmte er sich mit seinem Unwissen in der Außenpolitik und sagte, er werde wichtige Entscheidungen fähigen Beratern überlassen.

Überhaupt, die Unkenntnis in der Außenpolitik war frappierend, zum Teil haarsträubend. Die Widersprüche jagten einander. So kritisierte Michele Bachmann Obama einerseits heftig dafür, dass er in Libyen zu spät eingegriffen habe und nur aus dem Hintergrund führe. Andererseits zeigte sie wenig Verständnis über die Unterstützung der Rebellen, von denen man nichts wisse und die vielleicht von al-Qaida unterwandert seien.

Doch Außenpolitik ist in Wahlkämpfen meist nicht wichtig. Außerdem sind es bis zu den Wahlen noch fast anderthalb Jahre. Bis dahin kann noch unglaublich viel passieren, die politische Stimmung in Amerika wird sich noch ungezählte Male ändern. Mal zugunsten Obamas, mal zugunsten der Republikaner.