Die syrische Armee hat ihre gewaltsamen Einsätze gegen Zivilisten an den Grenzen des Landes ausgeweitet. In dem Ort Kassir nahe der westlichen Stadt Homs an der Grenze zum Libanon wurden wieder Schüsse gemeldet, wie Menschenrechtler berichteten. Zuvor hatte die Armee schon ihre Truppen an der türkischen Grenze verstärkt.

Dort waren Soldaten mit Panzern und Truppentransportern in ein Dorf eingedrungen und hatten Berichten von Augenzeugen zufolge mindestens vier Menschen getötet. Auch die Spannungen zwischen syrischer und türkischer Armee im Grenzgebiet halten an. Da die syrische Regierung keine Journalisten ins Land lässt, gibt es nur sehr wenige Informationen über die seit Wochen anhaltenden Unruhen.

Spannungen zwischen türkischer und syrischer Armee

Nach Informationen der britischen Zeitung Guardian können militärische Auseinandersetzungen nicht ausgeschlossen werden, nachdem sich Soldaten beider Seiten zuvor schon in Kampfausrüstung gegenüber gestanden hatten.

Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera zufolge hielten die Proteste im Landesinneren gegen Präsident Baschar al-Assad an. Demnach wurden bei erneuten Hausdurchsuchungen und Beerdigungen von Oppositionellen mindestens fünf weitere Zivilisten getötet.

Zudem flüchten aufgrund der Unruhen immer mehr Menschen aus Syrien in die Nachbarländer. Ein Menschenrechtler berichtete, während des Wochenendes seien hunderte Menschen aus Kassir in den Libanon geflohen. Knapp 12.000 Syrer flohen bislang in das Nachbarland Türkei. 

Die regierungsnahe syrische Tageszeitung El Watan berichtete, die Streitkräfte hätten in der Region von Dschisr al Schugur ein Dorf unter ihre Kontrolle gebracht. Noch am Freitag hatte die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtet, dass die Armee ihren Einsatz in und um Dschisr alSchugur "beendet" habe und die Bewohner auffordere, zurückzukehren.