In Syrien sind bei Protesten gegen die Regierung nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 16 Demonstranten erschossen worden. 350.000 Menschen seien in der Ölstadt Deir Essor im Nordosten des Landes auf die Straßen gegangen, sagte Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach Angaben von Augenzeugen nahmen in Hama 150.000 Menschen an einer Demonstration teil; auch in Homs, Aleppo und Rakka sowie einer Reihe kleinerer Städte kam es zu Protestmärschen.

Die Sicherheitskräfte hätten das Feuer auf Demonstranten im Viertel Kabun der Hauptstadt Damaskus eröffnet, berichtete Abdel Karim Rihaui von der syrischen Menschenrechtsliga. Dabei seien zwei Menschen getötet worden. In Idlib im Nordwesten des Landes seien bei der Auflösung einer Demonstration drei Menschen erschossen worden. Zwei weitere Menschen sind offenbar in Daraa getötet worden.

Wie jeden Freitag seit Beginn der Proteste Mitte März hatten Oppositionsaktivisten auf der Facebook-Seite Syrian Revolution 2011 zu Demonstrationen nach dem Mittagsgebet aufgerufen. Sie forderten unter anderem die Freilassung von etwa 12.000 Gefangenen, die seit dem Beginn des Aufstands verhaftet wurden.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind bei den Unruhen der vergangenen Monate in Syrien mehr als 1.400 Menschen ums Leben gekommen. Das Regime des Staatspräsidenten Bashar al-Assad bestreitet diese Zahl und macht ausländische Kräfte für die Aufstachelung der Bevölkerung verantwortlich.