Nur einen Tag nach seinem Chef ist auch der Vize-Chef der Londoner Polizei, John Yates, zurückgetreten. Er hatte 2009 entschieden, im Skandal um abgehörte Telefone bei Rupert Murdochs Blatt News of the World die Ermittlungen nicht wieder aufzunehmen. Zwar hatte er sich zuletzt entschuldigt, am Montag waren jedoch Forderungen nach seinem Rücktritt laut geworden.

Während immer mehr Schlüsselfiguren im Abhör- und Korruptionsskandal zurücktreten, wächst auch der Druck auf Großbritanniens Premierminister David Cameron. Die Opposition warf dem Regierungschef vor, ein zu enges Verhältnis zu Murdoch und den Führungsfiguren seines Medienimperiums gepflegt zu haben.

Zudem ist nun eine zentrale Figur in dem Skandal tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Der frühere Reporter der News of the World, Sean Hoare, hatte die Abhör-Vorwürfe gegen seine ehemaligen Kollegen erstmals bekannt gemacht. Die Todesursache sei noch unklar, allerdings habe die Polizei nichts Verdächtiges gefunden, berichtete der Guardian.

Mit Spannung wartet Großbritannien nun auf das für Dienstag angesetzte Treffen von Untersuchungskomitees des Parlamentes, vor denen neben Murdoch selber auch dessen Sohn James sowie die ehemalige Chefredakteurin von News of the World, Rebekah Brooks, und Ex-Polizeichef Stephenson auftreten sollen.

Der Vorsitzende des Komitees, John Whittingdale, kündigte an, dass vor allem die Position von News International untersucht werden solle und es nicht um eine öffentliche Vorführung des 80 Jahre alten Murdoch gehe. Premierminister David Cameron verkürzte eine für vier Tage geplante Reise nach Südafrika um die Hälfte, um an der Debatte teilnehmen zu können.