Ein Schuldenschnitt für Griechenland ist aus Sicht mehrerer Unionspolitiker eine sinnvolle und womöglich alternativlose Option. "Die Umschuldung muss kommen", sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der Passauer Neuen Presse. Dabei müssten alle ihren Beitrag zur finanziellen Gesundung Griechenlands leisten. Das betreffe die Griechen selbst, aber auch ihre Gläubiger. Das Land wäre selbst ohne die Zinszahlungen für die aufgelaufenen Schulden derzeit nicht in der Lage, seine Neuverschuldung auf Null zu fahren, sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand.

Eine Möglichkeit wäre, die Hälfte der Schulden Griechenlands zu streichen, sagte Fuchs. "Ich bin fest überzeugt, dass es für den Euro besser wäre." Er sprach sich zugleich gegen den Aufkauf von griechischen Anleihen durch den europäischen Rettungsschirm aus. "Ich bin dagegen, dass wir immer neue Auffangmechanismen erfinden, die nur noch mehr Geld kosten", sagte Fuchs.

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem ARD-Interview eine Umschuldung für Athen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen. Der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach, sagte, um die Verunsicherung zu beenden, sei eine "Kappung der griechischen Staatsschulden unumgänglich". Die Staats- und Regierungschefs der Euroländer werden sich am Donnerstag auf einem Sondergipfel mit der Währungskrise und dem neuen Hilfsprogramm für Griechenland beschäftigen.

Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok forderte die Euro-Staaten mit Blick auf den Sondergipfel zu entschlossenem Handeln auf. "Es geht jetzt darum, dass sie am Donnerstag ein geschlossenes Programm hinkriegen und nicht immer wieder Stückwerk", sagte Brok dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Es muss ein Gesamtpaket geben und nicht immer zu wenig zu spät." Brok schloss für einen späteren Zeitpunkt die Ausgabe von gemeinsamen europäischen Anleihen, sogenannten Eurobonds, "nicht vollkommen aus". Er fügte aber hinzu: "Es muss klar sein, dass für Sünderländer nicht die Sicherheit besteht, dass sie sowieso rausgezogen werden. Es muss Druck auf dem Kessel bleiben."