Das UN-Sondertribunal für den Libanon hat die Namen und Fotos von vier Männern bekannt gegeben, die für den Mord an dem früheren Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri verantwortlich gemacht werden. Eine Festnahme der Angeklagten solle damit beschleunigt werden. "Die Vertraulichkeit dieser Informationen aufzuheben, steht nicht im Gegensatz zu den libanesischen Gesetzen", hieß es in einer Erklärung, die das Tribunal veröffentlichte. Demnach könne die öffentliche Benennung der Beschuldigten sogar "die Wahrscheinlichkeit ihrer Ergreifung erhöhen".

Bereits im Juni hatte der Libanon die Klageschrift mit den Haftbefehlen erhalten. Die Staatsanwaltschaft in Beirut hatte die Namen damals aber noch bis zur Festnahme der Männer zurückhalten wollen. Nach Angaben aus libanesischen Regierungskreisen handelt es sich bei den Angeklagten um Mitglieder der schiitischen Hisbollah.


Als mutmaßliche Täter benannte das Sondertribunal Mustafa Amine Badreddine, ein ranghohes Mitglied der Hisbollah und Schwager des getöteten Hisbollah-Kommandeurs Imad Mughnijeh. Außer ihm werden Salim Dschamil Ajjash, Hussein Hassan Oneissi und Assad Hassan Sabra mit dem Mord in Verbindung gebracht.

Hisbollah weist Beschuldigungen zurück

Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah sagte, vom Tribunal angeklagte Mitglieder seiner Organisation würden niemals festgenommen. Das Sondertribunal sei ein Instrument der USA und Israels. Die Hisbollah bestreitet einen Zusammenhang der Organisation mit dem Mord an al-Hariri.

Al-Hariri wurde am 14. Februar 2005 bei einem Bombenanschlag in Beirut getötet. Mit ihm starben 22 weitere Menschen. Der Mord war der Beginn einer Serie an politischen Krisen, Morden und Anschlägen.