Die israelischen Behörden haben 124 pro-palästinensische Aktivisten in Haft genommen, die am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv gelandet waren. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befinden sich unter ihnen auch 15 Deutsche. Sie sitzen derzeit in Abschiebehaft und werden von der deutschen Botschaft in Tel Aviv betreut.

Die meisten der festgesetzten Aktivisten waren Franzosen, weitere kamen aus den USA, Belgien, Bulgarien, Spanien und den Niederlanden. Sie wollten an einer internationalen Solidaritätsaktion für Palästina teilnehmen. Nach Behördenangaben wurden sie in verschiedene israelische Gefängnisse gebracht, weil die Haftanstalt am Flughafen Ben Gurion bereits überfüllt war. Demnach sollen sie zurückgeschickt werden, sobald es Flugzeuge mit freien Plätzen gibt.

Das Auswärtige Amt hatte in einer Reisewarnung für die palästinensischen Gebiete auch auf mögliche Einreiseverbote für Israel hingewiesen. Israel hatte die Regierungen informiert, "dass jedes illegale Verhalten in diesem Zusammenhang konsequent geahndet werden wird". Zudem hatten europäische Fluggesellschaften wie die Lufthansa vom israelischen Innenministerium eine "Schwarze Liste" mit Namen von Personen erhalten, denen die Einreise in Israel verweigert werde.

Mindestens zwei Deutschen ist trotz aller Sicherheitsvorkehrungen offenbar die Einreise gelungen. Nach Angaben der Aktivisten hatten sie sich als Touristen ausgegeben, um später über die Ereignisse informieren zu können, sagte ein Mitglied der Gruppe, das anonym bleiben wollte.

Auch 50 bis 100 weiteren Aktivisten aus Europa und den USA sei die Einreise geglückt, sagte der Sprecher der Initiative "Willkommen in Palästina". Diese Initiative mehrerer nichtstaatlicher Organisationen hatte ausländische Besucher ins Westjordanland eingeladen, damit sie sich ein eigenes Bild vom Leben der Palästinenser unter israelischer Besatzung machen können. Allerdings planten die Organisatoren auch Proteste gegen die israelische Sperranlage zum Westjordanland sowie Siedlungen.

Die pro-palästinensischen Aktivisten wollen eine Woche im Westjordanland verbringen und damit ihre Solidarität mit den Palästinensern demonstrieren. Die israelischen Sicherheitskräfte rechnen damit, dass Aktivisten auch an Demonstrationen gegen Israel teilnehmen. Innenminister Izchak Aharanowitsch bezeichnete die Aktivisten als Extremisten und Hooligans, die die öffentliche Ordnung stören wollten.