Die griechische Küstenwache hat einen der Kapitäne der neuen Gaza-Flotte festgenommen. Der Kapitän des Bootes "Audacity of Hope" wurde verhaftet, weil es trotz eines Verbots der griechischen Regierung versucht habe auszulaufen. Das berichtete das staatliche Radio (NET). Der Prozess gegen den Kapitän soll im Schnellverfahren am Montag stattfinden, hieß es.

Seit einer Woche bereiten sich Aktivisten aus zahlreichen Staaten darauf vor, von verschiedenen Mittelmeerhäfen aus mit Hilfsgütern an Bord von Schiffen nach Gaza aufzubrechen.
 Die Regierung in Athen hatte den Aktivisten jedoch am Freitag verboten, mit ihren Schiffen von Griechenland aus Richtung Gaza in See zu stechen. Zur Begründung hieß es, Israel habe eine Verbotszone für Schiffe vor Gaza verhängt. 

Ein Sprecher der Aktivisten kritisierte das Vorgehen Athens als Verletzung des Seerechts. Bereits am Freitag hatte Vangelis Pissias, ein anderer Sprecher der Aktivisten, erklärt: "Wir werden versuchen auszulaufen."

Das griechische Außenministerium hatte bereits Anfang vergangener Woche alle griechischen Bürger und die Besatzungen griechischer Schiffe davor gewarnt, an der Aktion teilzunehmen.

Der Schriftsteller Henning Mankell kritisierte Griechenland und Israel wegen der Blockade der Gaza-Hilfsflottille scharf. Den Israelis sei es gelungen, die illegale  Blockade des Gaza-Streifens an die Griechen "outzusourcen", sagte  Mankell dem Online-Magazin stern.de. Das sei eine Schande.

Mankell war dabei als Ende Mai letzten Jahres eine Gaza-Hilfsflotte versuchte, die israelische Seeblockade des palästinensischen Gaza-Streifens zu durchbrechen. Neun türkische Aktivisten wurden dabei von einem israelischen Kommando getötet. Sollte es den Schiffen doch gelingen, aus den Häfen auszulaufen, befürchtet Mankell jedoch keine Eskalation wie 2010. "Die Israelis wären verrückt, wenn sie die gleichen Fehler wiederholen würden."