Nach Tagen der Gewalt im Kosovo sucht die serbische Minderheit im Land die Auseinandersetzung mit der internationalen Schutztruppe KFor. Serben blockieren die beiden wichtigsten Transitrouten von Mitrovica in Richtung Norden und Osten. Deutsche KFor-Soldaten mit 15 gepanzerten Fahrzeugen wurden durch eine serbische Straßensperre in der Nähe der Gemeinde Liposavic gestoppt und mussten umkehren. Daraufhin verlangten KFor-Soldaten aus den USA und Slowenien die Aufhebung der Blockaden bis 16 Uhr.

Hunderte aufgebrachte Serben harrten bei den Hindernissen aus Autoreifen, Baumstämmen, Baumaschinen und schweren LKW aus. Auch der serbische Kosovo-Minister Goran Bogdanović und der serbische Chefunterhändler Borislav Stefanović kamen zu den Barrikaden, berichteten Medien. Sie ermahnten ihre Landsleute zur Ruhe. Diese wollen so lange ausharren, bis zwei umstrittene Grenzübergänge wieder wie zuvor von kosovarischen Beamten serbischer Abstimmung kontrolliert werden.

Die Regierung in Belgrad droht mit dem Abbruch des von der EU vermittelten Dialogs zwischen beiden Staaten, sollten die beiden Grenzübergänge nicht wieder von Kosovo-Serben kontrolliert werden. "Wenn die Situation an den Grenzübergängen nicht auf den vorherigen Stand zurückgeführt wird, wird es keinen Dialog mehr geben", sagte der serbische Verhandlungsführer Borislav Stefanovic der Belgrader Zeitung Blic. Schon am Vortag hatten die serbischen Unterhändler von der Nato-geführten Schutztruppe KFor verlangt, wieder kosovarisch-serbische Beamte an den beiden umstrittenen Grenzübergängen zuzulassen. KFor-Kommandeur Erhard Bühler hingegen hatte angekündigt, dort in Zukunft Zöllner und Grenzpolizisten der Zentralregierung des Kosovo in Prishtinë zu unterstützen. Bühler hat sich auch in die Bemühungen um die Beseitigung der Blockaden eingeschaltet.

Beratungen im UN-Sicherheitsrat

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich am Vorabend hinter verschlossenen Türen über die Situation im Kosovo informieren lassen. Dem eigens angereisten serbischen Außenminister Vuk Jeremic war der Zutritt verwehrt worden. Die Lage sei ruhig aber labil, hatte es nach der Sitzung geheißen. Der Einsatz der KFor-Soldaten habe die Situation etwas stabilisiert.