Serbien hat den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Goran Hadžić verhaftet. Ein Regierungsvertreter bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des serbischen Staatsfernsehens. Der 52-Jährige sei in dem Dorf Krusedol nordwestlich von Belgrad festgenommen und in das Gefängnis des Sondergerichts in Belgrad gebracht worden. Hadžić ist der letzte Verdächtige, der vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Serbien gesucht wird.

Hadžić war der Präsident der serbischen Minderheit in Kroatien während des Bürgerkrieges (1991-1995). Dem 52-Jährigen wird unter anderem das Massaker serbischer Verbände im ostkroatischen Vukovar im November 1991 zur Last gelegt. Damals waren 264 Kroaten ermordet worden. Hadžić war seit über zehn Jahren auf der Flucht. Der frühere Präsident der selbsternannten serbischen Republik Krajina in Kroatien soll außerdem für die Deportation von Zehntausenden Kroaten durch die serbischen Truppen verantwortlich sein und ist deshalb vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt.

Serbiens Staatspräsident Boris Tadic sagte am Mittwoch vor der Presse, mit der Verhaftung von Goran Hadzic habe Serbien seine internationale Verpflichtung erfüllt: "Das war unsere moralische Pflicht". Immer wieder erhobene Vorwürfe, Serbien habe Hadžić jahrelang versteckt, seien "absolut unwahr", beteuerte Tadic. Serbien habe nicht gewusst, wo Hadžić sich versteckt gehalten habe.

Hadžićs Verhaftung war eine Bedingung für die weitere Annäherung Serbiens an die EU. Belgrad hofft jetzt, mit der Auslieferung aller vom UN-Tribunal gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher bis zum Jahresende offiziell EU-Beitrittskandidat zu werden. Im Mai war der serbische General Ratko Mladic festgenommen und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt worden.