Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ist in seine Heimat zurückgekehrt. Nach einer Krebsoperation und fast vierwöchigem Aufenthalt auf Kuba landete er am Morgen auf dem Flughafen von Caracas. "Mir geht's gut, ich fühle mich wohl", sagte Chávez nach dem Verlassen des Flugzeugs und schlug mit der Faust in die Luft.

Für viele Venezolaner kam die Rückkehr des Staatschefs überraschend. Selbst Regierungsvertreter hatten nicht damit gerechnet, dass Chávez rechtzeitig zum anstehenden Staatsjubiläum wieder im Land sein werde. Chávez dämpfte allerdings die Erwartungen, dass er an den offiziellen Feiern teilnehmen könne; er brauche "etwas Ruhe".

Am Dienstag und Mittwoch gedenkt Venezuela des 200. Jahrestags seiner staatlichen Selbstständigkeit. Chávez sieht sich als Erben des Unabhängigkeitskämpfers Simon Bolivar und hat sich seit Jahren auf die Feiern zum Staatsjubiläum vorbereitet.

Am vorigen Donnerstag hatte Chávez seine Krebserkrankung in einer TV-Ansprache öffentlich gemacht und so Gerüchte um seinen Gesundheitszustand beendet. Er war am 8. Juni in Havanna eingetroffen und zunächst an einem Abszess in der Beckengegend operiert worden. Danach entdeckten die Ärzte bei ihm ein Krebsgeschwür und entfernten den Tumor. Laut venezolanischer Verfassung kann der Präsident mit Genehmigung des Parlamentes bis zu 180 Tage außer Landes bleiben.

Auf Kuba hatte sich Chávez trotz der Erkrankung stets kämpferisch gezeigt. "Jetzt und für immer – wir werden leben und siegen. Bis zu meiner Rückkehr", sagte er. Chávez' Freund Fidel Castro zeigte sich überzeugt, dass sein venezolanischer Genosse den Krebs besiegt hat. Castro widmete ihm eine Kolumne seiner "Reflexiones" und schrieb: "Der Patient schlägt eine entscheidende Schlacht, die ihn, und mit ihm Venezuela, zu einem großen Sieg führen wird."