In Weißrussland sind etwa 50 Demonstranten festgenommen worden, darunter mindestens 20 in der Hauptstadt Minsk. Darunter seien auch zwei Journalisten, hieß es in Medienberichten.

Hunderte Menschen hatten sich in verschiedenen Städten trotz massivem Polizeiaufgebot zu einem stillen Protest gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko zusammengefunden. Die Demonstranten klatschten dabei ohne Sprechchöre oder Transparente in die Hände. Zu den Demonstrationen hatten Regierungsgegner nach arabischem Vorbild über soziale Netzwerke wie Twitter oder die russischsprachige Internet-Plattform VKontakte aufgerufen.

Wochen zuvor waren Polizisten gegen die Mittwochsdemonstrationen gewaltsam vorgegangen: Die Polizei hatte Demonstranten verprügelt und etwa 400 von ihnen festgenommen, viele waren danach von Standgerichten verurteilt worden.

Die Proteste gegen das Lukaschenko-Regime halten seit Monaten an, protestiert wird mal mit Klatschen, mal mit Handyklingeln. Auf diese Form des Protests sind die Lukaschenko-Gegner ausgewichen, nachdem die Polizei Kundgebungen mit Sprechchören und Bannern brutal niedergeschlagen hatte.

Insgesamt wurden seit Juni mehr als 1.800 Menschen festgenommen, viele wurden zu Ordnungshaftstrafen verurteilt. Die Ex-Sowjetrepublik steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, der weißrussische Rubel hat seit Jahresbeginn fast die Hälfte seines Wertes verloren und Lebensmittel haben sich deswegen stark verteuert.