US-Außenministerin Hillary Clinton hat Syriens Machthaber Baschar al-Assad für den Tod von mehr als 2.000 Menschen bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung verantwortlich gemacht. Durch die brutale Unterdrückung der Proteste habe das Assad-Regime jegliche Legitimation verloren, das syrische Volk zu regieren.

Clinton sagte, ihre Regierung arbeitete daran, den Druck auf den Diktator zu erhöhen. In einem ersten Schritt verschärften die USA die Strafmaßnahmen gegen das Regime. Die Wirtschaftssanktionen seien auf einen syrischen Geschäftsmann und enge Vertrauten Assads ausgeweitet worden, teilte die Regierung in Washington mit.

Die USA unterstützten weiterhin die Syrer in ihren Bestrebungen, einen friedlichen und geordneten Übergang zur Demokratie zu beginnen. Dabei sei jedoch auch die Unterstützung der Europäer und der arabischen Staaten notwendig, forderte Clinton. Es sei ein lauterer, wirkungsvollerer Chor von Stimmen nötig, der Druck auf das Assad-Regime ausübe. "Wir arbeiten daran, das zu erreichen."

Sie hoffe, dass die Verurteilung Syriens durch den UN-Sicherheitsrat der erste von vielen Schritten gewesen sei, das Assad-Regime zur Verantwortung zu ziehen, sagte sie. Am Mittwoch hatte der Sicherheitsrat nach wochenlangen Verhandlungen das Vorgehen Syriens gegen die Protestbewegung in Syrien scharf kritisiert. Assad reagierte bisher nicht darauf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemüht sich seit Wochen vergeblich um Kontakt zu ihm.

Die Gewalt des Regimes gegen das eigene Volk hatte nach Einschätzung der Vereinten Nationen in den letzten Tagen eine neue Dimension erreicht. Trotz der wachsenden internationalen Kritik ging der Feldzug der syrischen Sicherheitskräfte weiter. Aktivisten berichteten, bei der Militäroffensive gegen die Protesthochburg Hama seien am Donnerstag bis zu 100 Menschen getötet worden. Eine Abschätzung der Opferzahlen nach mehrtägigem Beschuss durch Panzer und Infanterietruppen wird zunehmend schwieriger, weil die Telefon- und Internetleitungen in die Stadt gekappt wurden.

Bei weiteren Protesten in Damaskus und der Stadt Nawa erschossen Soldaten nach Angaben von Menschenrechtsgruppen vier Demonstranten. All diese Schilderungen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Denn ausländische Journalisten dürfen seit Beginn des Aufstands nicht mehr einreisen oder sich im Land frei bewegen.