Mindestens sechs Selbstmordattentäter hätten den Gouverneurssitz von Parwan angegriffen, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums. Einer der Attentäter habe sich zunächst vor dem Eingang des Gouverneurssitzes in einem mit Sprengstoff beladenen Auto in die Luft gesprengt. Anschließend hätten fünf weitere bewaffnete Angreifer das Innere des Komplexes gestürmt.

Durch den Angriff kamen mindestens 25 Menschen ums Leben, darunter die sechs Attentäter. Mindestens 34 weitere Menschen wurden dem afghanischen Innenministerium zufolge verletzt. Der Sender Tolo TV berichtete, Provinzgouverneur Basir Salangi haben sich in dem Gebäudekomplex aufhalten, sei aber nicht zu Schaden gekommen. Die meisten Opfer seien Angestellte der Provinzregierung gewesen, sagte eine Sprecherin des Gouverneurs. Den Behörden zufolge wurden drei der Angreifer von Sicherheitskräften erschossen. Die anderen drei hätten sich durch am Körper oder in ihrem Auto angebrachte Sprengsätze selbst getötet.

Karsai verurteilt den Anschlag

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, Ziel sei ein Treffen von Vertretern der afghanischen Behörden und der internationalen Truppen gewesen. Der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag. Die Provinz Parwan liegt nordwestlich der Hauptstadt Kabul. Ein Sprecher der Internationalen Schutztruppe Isaf sagte, die afghanischen Sicherheitskräfte würden von ausländischen Soldaten unterstützt.

Bei einem Bombenanschlag in der südlichen Unruheprovinz Helmand starben unterdessen fünf Mitglieder einer Familie. Ihr Auto sei am Samstag von einem Sprengsatz getroffen worden, teilten die Behörden mit. In der Provinz Wardak südwestlich von Kabul wurden zudem nach offiziellen Angaben die Leichen von drei Geheimdienstleuten und fünf Polizisten entdeckt, die zuvor von Taliban entführt worden waren. In Wardak hatten die Taliban in der Vorwoche einen Militärhubschrauber abgeschossen und dabei 30 US-Soldaten und 8 Afghanen getötet.

Die Aufständischen haben in den vergangenen Wochen zahlreiche weitere spektakuläre Angriffe im Land verübt. Sie taten das zu einer Zeit, in der die Isaf damit begonnen hat, die Verantwortung für die Sicherheit im Land schrittweise an die Afghanen zu übergeben. Nach einem Nato-Beschluss soll der Kampfeinsatz am Hindukusch bis 2014 beendet werden.