Beim Absturz eines Hubschraubers in Afghanistan sind in der Nacht zum Samstag 31 Soldaten einer US-Spezialeinheit ums Leben gekommen. Der Helikopter sei im Osten des Landes von Rebellen abgeschossen worden, sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai. Er übermittelte US-Präsident Barack Obama und den Familien der Opfer sein "tiefstes Beileid".

Ein Sprecher der Regierung der östlichen Provinz Wardak berichtete, dass der Hubschrauber von einer Rakete "getroffen und vollständig zerstört" worden sei. Auch sieben afghanische Soldaten kamen ums Leben. Sie gehörten nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul ebenfalls einer Einheit von Spezialkräften an.

Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag und erklärten, sie hätten den Hubschrauber der internationalen Schutztruppe Isaf mit einer Granate abgeschossen. Dabei seien außerdem acht Taliban-Kämpfer getötet worden.

Die Nato-geführte Isaf gab den Verlust eines Hubschraubers zu und teilte mit, einen Rettungseinsatz zu koordinieren. In dem Gebiet seien Aufständische aktiv. Nach Angaben eines Sprechers der Provinzregierung läuft in der Region Wardak südwestlich der Hauptstadt Kabul gerade ein Einsatz afghanischer und verbündeter Truppen gegen die Taliban.

Der Abschuss ist einer der folgenschwersten Vorfälle für die Isaf. Derzeit sind in Afghanistan 140.000 Nato-Soldaten im Einsatz, darunter 100.000 aus den USA. Die Mehrheit wird bis Ende 2014 abgezogen. Obama hatte angekündigt, bis zum Sommer 2012 bereits 33.000 der etwa 100.000 US-Soldaten heimzuholen.