Die Regierung in Syrien rückt offenbar weiter in die internationale Isolation. Der Nachrichtensender Al Arabiya berichtete, iranische Diplomaten hätten kürzlich in Paris syrische Oppositionelle getroffen. Iran war bisher der wichtigste Verbündete des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

In der vergangenen Woche hatte sich die Regierung in Teheran erstmals neu positioniert: Die syrische Regierung müsse die legitimen Forderungen des Volkes anerkennen, hieß es. Die Führung in Damaskus bezeichnet die Anhänger der Bewegung, die seit fünf Monaten für den Sturz des Regimes demonstriert, als "Terroristen" oder "kriminelle Banden".

Eine Beteiligung an der Niederschlagung der Proteste in Syrien hatte die iranische Regierung mehrmals zurückgewiesen. Die Kuds-Einheit der iranischen Revolutionsgarden werde grundlos beschuldigt, erklärte das iranische Außenministerium. Die EU hatte der Regierung in Teheran vorgeworfen, "technische und materielle Unterstützung bei der Unterdrückung ziviler Protestbewegungen" geliefert zu haben.

Nur noch Libanon an der Seite Assads

Inzwischen steht lediglich die von der schiitischen Hisbollah-Bewegung dominierte Regierung im Libanon noch fest zu Assad. Außenminister Adnan Mansur sagte dem Radiosender Al-Nur, seine Regierung lehne die Syrien-Erklärung der Arabischen Liga von vergangener Woche ab. Die Liga-Staaten hatten darin ein Ende des Blutvergießens in Syrien gefordert. Mansur sagte: "Der Libanon steht brüderlich zu Syrien."

Unterdessen schockiert ein von arabischen Medien veröffentlichtes Video die Sympathisanten der syrischen Opposition. Die Aufnahme zeigt ein totes Kind. Den Angaben zufolge war der etwa zwölf Jahre alte Junge von den Einsatzkräften Assads auf brutale Weise getötet worden. Unabhängige Informationen zur Todesursache und zur Identität des Kindes lagen nicht vor. Nach Angaben von Aktivisten wurden seit Dienstag vier Zivilisten von den Regierungstruppen getötet und Dutzende festgenommen.

Trotz vieler Verletzter und Toter erhöhen die Regierungsgegner in Syrien die Taktfrequenz ihrer Proteste – ermutigt durch den Erfolg der Rebellen in Libyen. Seit Beginn der Demonstrationen im März wurden nach Berichten von Menschenrechtlern mindestens 3.100 Zivilisten durch Soldaten oder Assad-treue Milizen getötet. Die Regierung hat ausländische Journalisten des Landes verwiesen, was eine Überprüfung der Angaben erschwert.