Die Nato wird die KFor-Truppen im Kosovo verstärken. Zunächst soll ein deutsch-österreichisches Bataillon zur Unterstützung der bereits 6.000 stationierten Soldaten entsandt werden, sagten Nato-Diplomaten. Aus Deutschland sollen 550 Soldaten kommen, Österreich wird 150 Soldaten schicken.

Die Aufstockung der Truppen ist eine Reaktion auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen an zwei Grenzübergängen von Kosovo nach Serbien. Kosovo hatte ein Importverbot für Waren aus Serbien erlassen und damit auf eine entsprechende bestehende Blockade für Güter aus dem Kosovo durch Serbien reagiert. Der Streit war eskaliert, als Sicherheitskräfte der serbischen Minderheit im Nordkosovo das Verbot nicht umsetzen wollten. Die bisherigen serbischen Sicherheitskräfte wurden daraufhin von albanischen Spezialkräften der Polizei abgelöst. Dieser Ablösung folgten gewaltsame Auseinandersetzungen an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak. Ein Polizist wurde bei den Ausschreitungen getötet.

Die Lage habe sich nicht verschlechtert, sagte eine Nato-Sprecherin, "aber die KFor-Truppen waren sehr aktiv, und der Kommandeur ist der Ansicht, sie müssen entlastet werden."

Der deutsche KFor-Kommandeur Erhard Bühler habe die Verstärkung beantragt, teilte die Bundeswehr mit. Das zuständige Nato-Hauptquartier in Neapel habe am Montag den Einsatzbefehl für das deutsch-österreichische Bataillon erteilt. Die Soldaten sollen in den nächsten Tagen nach Kosovo verlegt werden.

Die meisten Deutschen würden vom Raketenartillerie-Bataillon im thüringischen Sondershausen gestellt. Bisher sind im Kosovo etwa 900 Bundessoldaten im Einsatz. Damit stellt Deutschland das größte Truppenkontingent. Österreich ist zwar nicht Mitglied der Nato, beteiligt sich aber an dem Einsatz.