"Ich konnte andere Menschen um mich herum schreien und weinen hören. Frauenstimmen. Das bedeutete, sie wurden vergewaltigt. Genau wie ich." Das sind die Worte einer Überlebenden des Gefangenenlagers in Simbabwe, über das die BBC Anfang August dieses Jahres berichtete.

Dieser Fall macht deutlich, dass auch heute noch Menschen unter teils ungeheuren Bedingungen in Simbabwe arbeiten. Sie werden gegen ihren Willen zur Arbeit auf Diamantenfeldern gezwungen. Die dort geförderten Rohstoffe dienen unter anderem der Finanzierung von Kriegen, weshalb sie Konflikt- oder Blutdiamanten genannt werden.

Die Interviews, Bilder und Berichte der BBC wurden von der Regierung Simbabwes und den zuständigen Behörden scharf kritisiert. Der simbabwische Politiker und amtierende Bergbauminister Obert Mpofu bezeichnete sie in einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse als eine lächerliche Anschuldigung der verzweifelten BBC. Es sei der übliche Nonsens von verrückten Leuten, die unsere Entwicklung verhindern wollen, sagte er.



Die EU zweifelt an der Richtigkeit der BBC-Berichte. Catherine Ashton, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, ließ über ihren Sprecher, Michael Mann, mitteilen, dass bereits in der Vergangenheit Berichte über Misshandlungen in Simbabwe vorgelegt worden seien. Jedoch habe die EU nie stichhaltige Beweise gehabt, die belegen, dass die Lager wirklich existieren.

EU will Diamantenexport wieder erlauben

Laut eines Dokuments, das von der BBC ausgewertet wurde, fordert die EU, das Exportverbot für zwei simbabwische Minen aufzuheben. Das Verbot war erst 2009 durch die Einrichtung des Kimberley-Prozesses verhängt worden. Der Kimberley-Prozess soll den Handel mit Blutdiamanten unterbinden, nachdem bereits 2009 grobe Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe bekannt geworden waren.

Sollte die EU tatsächlich den Export der Diamanten wieder freigeben, dann billigt sie damit die offensichtliche Missachtung der Menschenrechte in Simbabwe.