Pakistan hat eindeutige Regeln im gemeinsamen Kampf mit den USA gegen Extremisten eingefordert. Wenn die Beziehungen "nicht gut definiert und dokumentiert" seien, könnten beide Seiten die "falschen Schlüsse zur falschen Zeit ziehen" und dadurch die bilateralen Beziehungen untergraben, sagte Präsident Asif Ali Zardari nach einem Treffen mit dem US-Botschafter für Afghanistan und Pakistan.

Zardari forderte eindeutige Vorgaben, um Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern zu schlichten. Die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA sollten auf gemeinsamen Interessen, Vertrauen und gegenseitigem Respekt basieren, sagte der Präsident. Die USA seien offen für diesen Vorschlag, sagte US-Botschafter Marc Grossman.

Seit der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden im Mai dieses Jahres haben sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verschlechtert. Pakistan kritisierte die Tötung als Verletzung der Souveränität des Landes und verhängte zuletzt unter anderem Reisebeschränkungen für US-Diplomaten. In den USA hingegen nehmen Vorwürfe zu, Pakistan unternehme zu wenig gegen al-Qaida und die Taliban.

Proteste wegen Drohnenangriffen

In Pakistan lösen zudem die Angriffe der USA auf mutmaßliche Extremisten regelmäßig Proteste der Bevölkerung aus. Bei Beschuss durch unbemannte Drohnen sterben häufig auch Zivilsten. Durch einen solchen Angriff kamen am Montag im Nordwesten Pakistans nach Geheimdienstangaben mindestens vier Menschen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.

Eine Drohne habe ein Fahrzeug im Stammesgebiet Süd-Wasiristan mit Raketen beschossen, sagte ein Angehöriger eines Nachrichtendienstes. Die Toten und Verletzten seien Passagiere in dem Wagen gewesen. Die Identität der Opfer sei unklar.

Die Regierung in Islamabad verurteilt die Angriffe offiziell, duldet sie aber. Pakistanische Sicherheitskräfte liefern nach Angaben aus Geheimdienstkreisen Zieldaten für die Drohnen.