Die Deutsche Marine verstärkt zum Schutz der internationalen Hilfslieferungen nach Somalia die EU-geführte Anti-Piraten-Operation Atalanta am Horn von Afrika. Eine zweite Fregatte, die Köln, werde Ende August aus Wilhelmshaven auslaufen und dem Verbandsführer von Atalanta unterstellt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Führung hat derzeit Portugal.

Der Atalanta-Verband besteht derzeit aus vier Schiffen aus Deutschland, Spanien, Portugal und Griechenland. Zusätzlich gibt es Flugzeuge zur Seefernaufklärung: eines aus Spanien und zwei aus Luxemburg. Mit der Köln habe die Verbandsführung ein fünftes Schiff und damit eine deutlich höhere Handlungsfähigkeit, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Einsatzgebiet sei 24 Mal so groß wie Deutschland.

Die Operation Atalanta ist der militärische Beitrag der EU zur Pirateriebekämpfung. Im Einsatz gegen die Hungerkatastrophe hilft Atalanta, indem sie die Hilfstransporte des Welternährungsprogramms und der Afrikanischen Union (AU) über See schützen.

Afrikanische Union verschiebt Geberkonferenz

Die AU verschob ihre geplante Geberkonferenz zur Hungerkatastrophe im Osten des Kontinents auf das Monatsende. Statt bereits am 9. August werde das Treffen erst am 25. August in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stattfinden.

Die Karte zeigt das Ausmaß des Hungers am Horn von Afrika nach den Angaben der Vereinten Nationen. In den hell gefärbten Regionen ist die Versorgungslage angespannt. Am schlimmsten ist die Lage in den dunkelrot gefärbten Gebieten. 

Einen Grund für die Verschiebung der Konferenz, an der die afrikanischen Staatschefs sowie Vertreter internationaler Partner teilnehmen sollen, nannte die AU nicht. Ziel der Konferenz sei es auch, die Teilnehmer für "eine mittel- und langfristige Strategie zur Krisenprävention" zu gewinnen, hieß es in der Erklärung weiter.

Auch nach Auffassung der Vereinten Nationen gibt es Wege, sich besser auf künftige Dürrezeiten vorzubereiten. Regierungen vor Ort und die internationale Gemeinschaft müssten mehr in Nahrungsreserven und Wassermanagement investieren, sagte der neue Direktor des Welternährungsprogramms in Äthiopien, Abdou Dieng. Nur mit dem Aufbau von "Sicherheitsnetzen" könnten Lebensmittelknappheiten verhindert werden.

Die internationale Gemeinschaft hat bisher eine Milliarde Dollar (rund 700 Millionen Euro) zum Kampf gegen die Hungerkrise versprochen. Laut den Vereinten Nationen sind dringend weitere 1,4 Milliarden Dollar nötig, um Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Die Afrikanische Union hat bisher 500.000 Dollar Nothilfe wegen der Krise bereitgestellt.