Die syrische Armee ist in die südlichen Vororte der Mittelmeer-Hafenstadt Latakia eingerückt. Dies berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera. Nach Angaben von Aktivisten seien etwa 20 Panzer in dem Distrikt der Küstenstadt vorgefahren, in dem zuvor Zehntausende Regime-Gegner gegen Präsident Baschar al-Assad demonstriert hätten. Syrische Aktivisten berichteten, dass mindestens zwei Menschen getötet worden seien und 20 weitere Menschen in Krankenhäusern behandelt werden würden.

Eine lange Kolonne von Militärlastwagen und anderen Fahrzeugen fuhr am selben Tag auch in die Ortschaft Al-Kusair nahe der libanesischen Grenze ein. In der Protesthochburg Deir al-Zor im Nordosten des Landes gingen Sicherheitskräfte mit Razzien gegen Oppositionelle vor, teilten syrische Aktivisten mit.

Am Freitag waren in zahlreichen syrischen Städten, darunter Latakia, insgesamt 10.000 Demonstranten auf die Straße gegangen. Einsatzkräfte hatten dabei nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten 23 Menschen getötet. In Deir al-Zor seien Teilnehmer der Freitagsgebete beim Verlassen der Hauptmoschee beschossen worden, berichteten Augenzeugen. Die Gläubigen hätten sich in die umliegenden Gassen geflüchtet, einer sei den Schussverletzungen erlegen.

Aktivisten zufolge sind in den fünf Monaten seit Beginn der Proteste mindestens 1.700 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden 500 Soldaten und Polizisten von bewaffneten Gruppen getötet.