Die syrische Armee hat die Hafenstadt Latakia im Norden des Landes mit Panzern und Kriegsschiffen angegriffen und an zwei Tagen mindestens zwölf Zivilisten getötet. 40 Menschen seien bei dem Militärangriff schwer verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

In dem dicht besiedelten Wohnviertel El Ramleh hat die Armee den Menschenrechtlern zufolge auch Raketenwerfer eingesetzt. Auch im Viertel Saliba seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. Soldaten hatten die Hafengegend, die in den vergangenen Tagen Schauplatz von Massenprotesten gegen Staatschef Baschar al-Assad war, am Samstag eingenommen. Zahlreiche Einwohner seien geflohen.

In der Nacht zum Sonntag nahm die Armee laut der Beobachtungsstelle auch zahlreiche Menschen in zwei Vororten der Hauptstadt Damaskus fest. Ein Konvoi aus fünfzehn Militärlastwagen, acht Truppentransportern und vier Jeeps sei in die Vororte Sakba und Hamurija eingedrungen. Auch dort seien Schüsse zu hören gewesen. In Sakba seien außerdem die Telefonverbindungen gekappt worden.

Internationale Gemeinschaft verurteilt Gewalt der Armee

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten kamen seit Mitte März etwa 1.800 Zivilisten und 400 Sicherheitskräfte bei den Protesten in Syrien ums Leben. Allein am Freitag wurden bei Demonstrationen nach dem Mittagsgebet demnach landesweit mindestens 20 Menschen getötet. Vor allem in den Städten Hama, Idlib und Deir Essor fanden am Freitag wieder Massenproteste gegen Assad statt.

US-Präsident Barack Obama, Saudi-Arabiens König Abdullah und der britische Premierminister David Cameron forderten Assad auf, die blutige Niederschlagung der Proteste sofort zu beenden. Kanada erließ weitere Sanktionen gegen Syrien. Der UN-Sicherheitsrat will angesichts der Gewalt erneut über die Lage in Syrien beraten.