Türkische Behördenvertreter haben an der Grenze zu Syrien einen illegalen Militärtransport verhindert. Sie hielten mindestens einen Lastwagen mit Militärmaterial auf und verhinderten damit offenbar eine Lieferung nach Libanon. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf westliche Diplomatenkreise berichtete, kam der Transport aus Iran und war vermutlich für die mit dem Regime in Teheran verbündete schiitische Hisbollah-Miliz bestimmt. Die unterhält unbestätigten Informationen nach auch Depots in Syrien.

Laut dem Bericht stoppten die türkischen Behörden bereits am 30. April am Grenzübergang Kilis mindestens einen Transporter, der eine größere Menge Waffen oder Munitionsteile geladen hatte. Die Lieferung sei unter türkischer Kontrolle. Eine Stellungnahme der Türkei gibt es bisher nicht.

Türkei muss Lieferung an UN melden

Im März hatte die Türkei ein iranisches Frachtflugzeug auf dem Weg nach Syrien zur Landung gezwungen und auf dem osttürkischen Flughafen Diyarbakir durchsucht. Dabei wurden Kalaschnikow-Maschinenpistolen, Munition und Granaten sichergestellt, getarnt als Ersatzteile für Autos.

Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms Sanktionen gegen das Land erlassen, darunter ein Verbot von Waffenexporten. Alle UN-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, Verstöße dagegen dem Sicherheitsrat zu melden. Eine Untersuchung des Falls durch UN-Experten steht dem Bericht zufolge noch aus. Es sei zudem unklar, ob die Türkei den neuen Fall bereits offiziell an den Sicherheitsrat gemeldet habe.

Etliche Lastwagen mit verdächtigen Lieferungen und gleichen Frachtpapieren wie der gestoppte Transport hätten noch im April die Grenze zwischen der Türkei und Syrien unbehelligt passieren können, hieß es weiter. Das lege die Vermutung nahe, dass die türkischen Behörden von ausländischen Geheimdiensten auf verdächtige Lieferungen hingewiesen worden waren.